Reichsbund der Österreicher
Der Reichsbund der Österreicher war eine zentrale Vereinigung des habsburgisch-legitimistischen Lagers. Er strebte die Wiederherstellung der Monarchie unter dem Haus Habsburg-Lothringen an. Er wurde am 20. Oktober 1920 gegründet; seine behördliche Zulassung erfolgte am 23. Mai 1921. Zu seinen führenden Persönlichkeiten gehörten Johannes Prinz von und zu Liechtenstein, Friedrich Ritter von Wiesner und Hans Karl Freiherr Zeßner von Spitzenberg. Die Organisation wurde ausdrücklich von Otto von Habsburg-Lothringen legitimiert.
Die frühen Statuten betonten österreichisches Selbstbewusstsein, die Pflege der Geschichte Altösterreichs, die Verbundenheit mit den Völkern der früheren Doppelmonarchie und gegenseitige Unterstützung.
Der zunächst offiziell nichtpolitische Reichsbund bekannte sich seit 1925 ausdrücklich zum Zusammenschluss monarchistisch gesinnter Österreicher und zu den Herrschaftsrechten der Habsburger. Ab 1930 konzentrierte sich sein Programm auf deren Rückkehr in einem Österreich innerhalb der bestehenden Grenzen. Er gehörte zum Kern des 1932 gebildeten legitimistischen Dachverbandes 'Eiserner Ring'. Der Reichsbund trat der Vaterländischen Front bei und unterstützte die Regierungen Engelbert Dollfuss und Kurt von Schuschnigg. Die monarchische Restauration sollte Österreich auch gegenüber dem Nationalsozialismus absichern, welcher strikt abgelehnt und bekämpft wurde.
Nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht und der Besetzung Österreichs am 12. März 1938 wurden führende Vertreter wie Friedrich von Wiesner und Hans Karl Freiherr Zeßner von Spitzenberg verhaftet und in das KZ Dachau deportiert. Hans Karl Freiherr Zeßner von Spitzenberg starb dort am 1. August 1938.
Nach 1945 wurde an die Tradition des Reichsbundes der Österreicher angeknüpft. Am 8. Oktober 1946 wurde zunächst der 'Wander- und Geselligkeitsvereins Heimatland' gegründet; Proponent war der Bauingenieur Karl Karasek. Seine ursprünglichen Statuten sahen Wanderungen, gesellige Zusammenkünfte und kulturelle Veranstaltungen vor.
Am 5. August 1955 beschloss die Generalversammlung die Umbildung zum Verein 'Heimatland', die am 9. November 1955 nicht untersagt wurde. Am 13. Jänner 1956 folgte der Beschluss zur Rückbenennung in 'Reichsbund der Österreicher'. Die Statuten verbanden österreichisches und christlich-abendländisches Traditionsbewusstsein mit dem Schutz der Tradition des Hauses Österreich, den Menschenrechten, sozialer Gerechtigkeit und einem ausdrücklichen Bekenntnis zur Demokratie. Der Verein bezeichnete sich als überparteilich.
Seit 1961 übte der Verein keine Tätigkeit mehr aus. Sein Präsident Sebastian Blumauer und sein Vizepräsident Wilhelm Riehs starben 1962. Da keine Mitglieder, kein Vereinsvermögen und kein Interesse an einer Wiederaufnahme der Tätigkeit vorhanden waren, löste das Bundesministerium für Inneres den Reichsbund am 6. April 1965 einschließlich seiner Zweigvereine behördlich auf.
Quellen
- Goller, David (2020): An alle Kaisertreuen! https://innsbruck-erinnert.at/an-alle-kaisertreuen/; Stand: 11.03.2024.
- Spieth, Alexander (2010): Politisch sehn, falsch sehn (Tübingen) S. 57.
- Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)
31 Opfer

Edmund Alexin


Norbert Bettelheim

Sebastian Blumauer





Oskar von Englisch-Popparich

Emil Ertl

Bruno Fritz

Emilie Gehrig

Leopold Guggenberger

Wilhelm von Hebra

Wilhelm Hierländer

Kuno Hoynigg

Karl Karasek

Erich Kessler


Walter Koch



Friedrich Freiherr von Reichlin-Meldegg

Wilhelm Freiherr von Reichlin-Meldegg

Felix Rescheneder

Emanuel Freiherr von Stillfried und Rathenitz

Milan Freiherr Tisljar von Lentulis

Karl Freiherr Werkmann von Hohensalzburg

Friedrich Ritter von Wiesner

