Major Milan Ludwig Ivan Maria Freiherr Tisljar von Lentulis

Milan Tisljar von Lentulis
Milan Freiherr Tisljar von Lentulis (Mag. Wolfgang von Burger – Scheidlin, Privat)

Personalia

Geboren:

7. Dezember 1882, Agram

Gestorben:

27. November 1969, Wien

Beruf:

Soldat

Verfolgung:

Haft 17.03.1938 - 15.07.1938

Ehrungen:

Orden der Eisernen Krone III. Klasse mit Kriegsdekoration und Schwertern

Militärverdienstkreuz III. Klasse mit Kriegsdekoration und Schwertern

Militär-Verdienstmedaille

Eisernes Kreuz II. Klasse (I. Weltkrieg)

Mitgliedschaften

ÖVP Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich, Reichsbund der Österreicher

Lebenslauf

Milan Ludwig Ivan Maria Freiherr Tisljar von Lentulis kommt in Agram [heute: Zagreb in Kroatien] als ehelicher Sohn des k.u.k. Generals der Infanterie und Gendarmerie-Inspektors Michael Freiherr Tisljar von Lentulis und Maria, geborene Mašek von Bosnadol, zur Welt. Er besucht die Volksschule und die Unterstufe des Gymnasiums in Agram, bevor er an die Marine-Akademie in Fiume wechselt. Im Anschluss geht er nach Wien auf die k.u.k. Technische Militärakademie, wo er 1903 als Leutnant ausmustert.

Zwischen 1903 und 1905 ist Milan Freiherr Tisljar von Lentulis dem Pionierbataillon Nr. 1 zugeteilt und wechselt danach zum k.u.k. Feldjägerbataillon Nr. 1. Ab 1907 besucht er die Kriegsschule in Wien, die er 1910 absolviert, um im Anschluss in das Offizierscorps der k.u.k. 55. Infanteriebrigade zu wechseln.

1912 heiratet er Hilda Hermine Tarnóczy von Sprinzenberg und wird in der Folge Vater zweier Söhne und einer Tochter. Im II. Weltkrieg fallen die Söhne, bzw. werden vermisst.

Am I. Weltkrieg nimmt er zuerst als Kurier, später im Generalstab und schließlich als Generalstabschef der k.u.k. 55. Infanteriebrigade teil. Nach dem Untergang der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie, der Zerschlagung des Staates und der Vertreibung des Herrscherhauses Habsburg, wird Milan Freiherr Tisljar von Lentulis in das neue österreichische Bundesheer übernommen. Der gläubige Katholik, überzeugter Österreicher und Legitimist engagiert sich in der Zwischenkriegszeit im Reichsbund der Österreicher, im Verein katholischer Edelleute und ab 1934 in der Vaterländischen Front.

Im Reichsbund der Österreicher avanciert er zum Organisationsleiter und ist dort Maßgeblich an der Abhaltung von Veranstaltungen gegen den deutschen Nationalsozialismus und für die Unabhängigkeit und Eigenständigkeit Österreichs beteiligt.

Am 12. März 1938 muss Milan Freiherr Tisljar von Lentulis erleben, wie das freie und unabhängige Österreich mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht untergeht. Am 17. März 1938 wird er von der Gestapo verhaftet und erlangt erst am 15. Juli 1938 wieder die Freiheit. Danach muss er sich wöchentlich bei der Polizei zu melden und darf Wien nicht verlassen. In die Wehrmacht wird er nicht übernommen.

Photo von Milan Freiherr Tisljar von Lentulis mit seiner Ehefrau Hilda Hermine
Milan Freiherr Tisljar von Lentulis mit seiner Ehefrau Hilda Hermine (Mag. Wolfgang von Burger-Scheidlin, Privat)

Tisljar-Lentulis war in der Systemzeit Mitglied der VF, des Vereins katholischer Edelleute und des Reichsbundes der Österreicher.

Seine politische Einstellung war monarchistisch-klerikal.

Auf Grund seiner politischen Vergangenheit ist der Genannte als Offizier der deutschen Wehrmacht nicht tragbar und wird abgelehnt.

Politische Beurteilung des Gaupersonalamts über Milan Freiherr Tisljar von Lentulis vom 16.4.1941

In Wien erlebt Milan Freiherr Tisljar von Lentulis die Befreiung Österreichs im April bzw. Mai 1945 und die Wiedererrichtung der Republik. Er engagiert sich bei der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich. Altersbedingt bleibt er im Ruhestand.

Milan Freiherr Tisljar von Lentulis verstirbt in Wien mit 86 Jahren und findet seine letzte Ruhestätte am Wiener Zentralfriedhof.

Orte

Wohnort:

Quellen

Österreichisches Staatsarchiv (ÖStA)

Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)

Mag. Wolfgang von Burger-Scheidlin, Privat

Milan Freiherr Tisljar von Lentulis

Soldat
* 7. Dezember 1882
Agram
† 27. November 1969
Wien
Haft