Oberst d.G. Edmund Alexin
Personalia
Geboren:
Gestorben:
Beruf:
Verfolgung:
Haft 13.04.1938 - 16.06.1938,
KZ Dachau 16.06.1938 - 13.03.1939
Ehrungen:
Ritterkreuz des österreichisch-kaiserlichen Leopold-Orden mit Kriegsdekoration und Schwertern
Orden der Eisernen Krone III. Klasse mit Kriegsdekoration und Schwertern
Militär-Verdienstmedaille mit Kriegsdekoration und Schwertern
Offizierskreuz vom Roten Kreuz mit Kriegsdekoration und Schwertern
Mitgliedschaften
Lebenslauf
Edmund Alexin wird in Budapest als Sohn eines k.u.k. Artillerieobersten geboren. In Kronstadt [heute: Brașov in Rumänien] besucht er die Volksschule und ein Jahr der ungarischen Realschule. Danach wechselt er an die Militärunterrealschule in Eisenstadt und im Anschluss an die Infanteriekadettenschule in Wien, von wo er 1898 in das Infanterieregiment 72 'Freiherr von David' eintritt. 1899 wird er zum Leutnant befördert. Zwischen 1903 und 1905 absolviert er die Kriegschule in Wien und verlässt diese als Oberleutnant. In der Folge heiratet. Die Ehe bleibt jedoch kinderlos.
In unterschiedlichen Regimentern ist Edmund Alexin in verschiedensten Städten der österreich-ungarischen Doppelmonarchie stationiert. 1910 avanciert er zum Hauptmann und absolviert 1913 den Generalstabsoffizierskurs. Mit Ausbruch des I. Weltkrieges wird er zuerst an der österreichisch-ungarischen Ostfront und dann an der italienischen Front eingesetzt. 1915 wird er Major und 1917 Oberstleutnant. 1918 wird der letzte Generalstabschef der burgenländischen Division.
Nach der Niederlage und der Zerschlagung Österreich-Ungarns geht Edmund Alexin und seine Ehefrau nach Graz. Dort tritt er dem Reichsbund der Österreicher und dem Eisernen Ring bei. Er wird in das österreichische Bundesheer übernommen. 1919 stellt ihn die Steirischen Landesregierung als Amtsleiter des Wehr- und Sicherheitsausschusses ein. Ein Jahr später, im Jahre 1920 ist er eines der ersten Mitglieder des steirischen Heimatschutzes und wird zum Oberst befördert. 1923 wechselt er als Filialleiter in eine Bank in Graz und leitet zusätzlich eine Pension. 1928 übernimmt er die Leitung eines Sanatoriums in Baden und wechselt in den niederösterreichischen Heimatschutz. 1931 wird er Leiter des städtischen Kuramtes Baden. 1932 wird das Badener Kuramt in die Wiener Zentralkuranstalt eingegleidert und Edmund Alexin dessen Leiter. Er wechselt in den Wiener Heimatschutz.
1933 wird er Mitglied der Vaterländischen Front und engagiert sich aktiv als Propagandaleiter im 7. Wiener Gemeindebezirk. Der überzeugte Österreicher und Gegner des Nationalsozialismus bekämpft diesen energisch. Er bringt Nationalsozialisten zur Anzeige, agiert österreichisch-patriotisch bei Soldaten des Bundesheeres, schreibt Artikel in Zeitungen über Hitler-Deutschland und Eingaben, wie man effektiver gegen Nationalsozialisten vorgehen könnte.
[…]
Seine Einstellung in der System- bzw. Verbotszeit war einwandfrei vaterländisch und hat sich der Genannte bei jeder Gelegenheit für die Ziele und Interessen der VF eingesetzt.
Er bezeichnet sich selbst als absoluten Anhänger des selbständigen Österreichs und war auch als höherer Funktionär der VF im 7. Bezirk tätig.
Alexin war durchaus rührig um die Belange der VF und des 'selbständigen Österreichs' bemüht und hat verschiedentlich in Anzeigen und Eingaben an VF-Stellen (Zernatto) auf 'Misstände', Nazipropaganda und illegale Betätigung denunzierend hingewiesen.
Über das derzeitige Verhalten des Angefragten werden noch Erhebungen gepflogen. Es steht fest, dass Alexin als radikaler Vaterländer und aktiver Monarchist (er war unter anderem Generalsekretär der Kaiser Franz Josefs-Vereinigung), angesehen werden muss.
In politischer Hinsicht bestehen schwerwiegende Bedenken.
[…]
Am 12. März 1938 muss Edmund Alexin erleben, wie das freie und unabhängige Österreich mit dem Einmarsch der deutschen Truppen untergeht. Am 13. April 1938 wird er von der Gestapo verhaftet und am 16. Juni 1938 in das KZ Dachau deportiert. Dort wird er am 13. März 1939 entlassen.
Heimgekehrt nach Wien wird er dem Militärkommando Wien als Kurier zugeteilt. In Wien erlebt Edmund Alexin die Befreiung Österreichs durch die Alliierten Truppen im April 1945. Er tritt der neugegründeten Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei. Er verstirbt einen Tag nach seinem 72. Geburtstag in Wien.
Quellen
Österreichisches Staatsarchiv (ÖStA)
Archiv der Kameradschaft der politisch Verfolgten (KPV)
