Schwester M. Genesia (Franziska) Rychetzky FDC

Personalia

Ordensname:

M. Genesia, FDC

Geboren:

7. Februar 1886, Bixard (Bukova)

Gestorben:

5. Oktober 1977, Breitenfurt

Beruf:

Ordensschwester

Verfolgung:

Haft 26.11.1939 - 31.05.1940

Mitgliedschaften

Österreichische Volkspartei, ÖVP Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich

Lebenslauf

Franziska Rychetzky wird in Bixard (heute Bukova) in Böhmen geboren. Nach der Volksschule tritt sie am 16. August 1910 der Kongregation der Töchter der göttlichen Liebe bei und erhält den Ordensnamen M. Genesia. 11 Jahre später, am 16. August 1921, legt sie die Ewige Profess ab. Der lange zeitliche Abstand zwischen Eintritt und Ablegung der Ewigen Gelübde erklärt sich aus dem frühen Entwicklungsstadium der Kongregation und der großen Zahl der Schwestern. Die Kongregation wurde 1868 von Sr. Franziska Lechner gegründet und 1884 von Rom rechtlich anerkannt. 1894 gab es bereits über 600 Schwestern.

Nach ihrer Profess beginnt Sr. M. Genesia Rychetzky im Bügelzimmer der Marienanstalt zu arbeiten. Sie ist für die Kirchenwäsche für den Dom zu St. Stephan zuständig. Im Orden genießt sie den Ruf einer überaus fleißigen und tüchtigen Schwester.

Als Gegnerin des Nationalsozialismus hört sie mit ihren Mitschwestern M. Gualberta Krenn, Sr. M. Aniceta Schiefelbein, Sr. M. Ewalda Schenk, Sr. M. Immaculata Schleimer und Sr. M. Meinrada Wleklo gemeinsam mit Bewohnern des der Marienanstalt angeschlossenen Damenwohnheims Jacquingasse und dem Redemptoristenpriester Anton Pauk, den verbotenen Sender 'Radio Vatikan'. Im Rahmen des Verhörs von Sr. M. Immaculata Schleimer durch die Gestapo, wegen der Weitergabe eines Spottgedichtes über Adolf Hitler, erwähnt diese das gemeinsame Hören des verbotenen Senders.

Am 26. November 1939 wird Sr. M. Genesia Rychetzky von der Gestapo wegen Hörens eines 'Feindsenders' verhaftet. Sie ist bei der Gestapo und im Landesgericht in Haft und wird am 31. Mai 1940 entlassen.

Nach ihrer Haftentlassung arbeitet sie vorübergehend in den Niederlassungen der Kongregation der Töchter der göttlichen Liebe in Blattendorf und im Herz Maria Kloster in der Lacknergasse 87 im 18. Wiener Gemeindebezirk, bevor sie für 20 Jahre nach Hirschstetten geht. Überall betreut sie die Küche und die Waschküche.

Nach der Befreiung Österreichs und der Wiedererrichtung der Republik im April bzw. Mai 1945 tritt sie der neugegründeten Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei.

1961 zieht sie ins kongregationseigene Altenheim in Breitenfurt bei Wien. Dort verstirbt sie 1977.

Quellen

Archiv Kongregation der Töchter der göttlichen Liebe,

Mitgliederdatei KPV

M. Genesia Rychetzky FDC

Ordensschwester
* 7. Februar 1886
Bixard (Bukova)
† 5. Oktober 1977
Breitenfurt
Haft