Eiserner Ring
Der Eiserne Ring wurde am 4. August 1932 als Dachverband österreichischer monarchistisch-legitimistischer Vereinigungen gegründet. Er sollte die zersplitterte kaisertreue Bewegung unter gemeinsamer politischer Führung zusammenführen. Die Legitimisten betrachteten die Herrschaftsansprüche des Hauses Habsburg-Lothringen auch nach 1918 als fortbestehend und strebten die Wiederherstellung der Monarchie mit Otto von Habsburg-Lothringen an. Der ehemalige Diplomat Friedrich Ritter von Wiesner übernahm als geschäftsführender Vorsitzender eine zentrale Führungsrolle. In den 1930er-Jahren gehörten dem Zusammenschluss mehr als fünfzig Organisationen an.
Politisch trat der Eiserne Ring für ein freies und unabhängiges Österreich und gegen die Okkupation Österreichs durch das Deutsche Reich ein. Die monarchische Restauration sollte Österreich auch gegenüber dem Nationalsozialismus absichern, welcher strikt abgelehnt und bekämpft wurde.
Ehrenvorsitzender war Maximilian Herzog von Hohenberg.
Mit der Besetzung Österreichs durch die deutsche Wehrmacht am 12. März 1938 wurde der Eiserne Ring aufgelöst und führende Funktionäre verfolgt. Viele wurden in die Konzentrationslager verschleppt.
Nach der Befreiung Österreichs und der Wiedererrichtung der Republik im April bzw. Mai 1945 wurde der Eiserne Ring am 18. Dezember 1956 von Sebastian Blumauer wiedergegründet.
Die ursprünglichen Statuten bezeichneten den Verein als überparteilich. Ordentliche Mitglieder sollten zunächst ausschließlich Vereine sein. Zu seinen Zielen zählten die Unabhängigkeit Österreichs, die Pflege österreichischer und habsburgischer Traditionen, die Menschenrechte und die europäische Zusammenarbeit. Innenpolitische Gegensätze sollten durch soziale und wirtschaftliche Gerechtigkeit auf demokratischem und verfassungsmäßigem Wege überwunden werden. Vorgesehen waren die freie Meinungsäußerung zur Staatsform und die Ablehnung nichtdemokratischer Umsturzversuche.
Die am 20. Juli 1959 beschlossenen neuen Statuten verwendeten die Bezeichnung „Dachorganisation monarchistisch-legitimistischer Verbände ‚Eiserner Ring‘“. Sie bekannten sich ausdrücklich zur konstitutionellen Monarchie und zum Haus Habsburg-Lothringen, zu den Menschenrechten und gegen rassische oder klassenbezogene Diskriminierung. Nationalsozialistische Weltanschauung, Kommunismus und Marxismus wurden abgelehnt. Nun konnten auch Einzelpersonen Mitglieder werden. Die Statuten belegen die Vereinsziele, nicht deren tatsächliche Umsetzung.
Legitimistische Bewegungen konnten in der II. Republik nicht mehr reüssieren, da sich die Republik bereits etabliert hatte. Legitimistische Organisationen konnten nicht mehr im Ansatz an die Stärke von vor 1938 anschließen. Am 8. Februar 1961 beschloss eine außerordentliche Generalversammlung einstimmig die freiwillige Auflösung. Nach der Vereinsmitteilung war kein Vermögen vorhanden. Die behördliche Löschung wurde im Juni 1961 abgeschlossen.
Mitgliedsorganisationen war u.a.: Reichsbund der Österreicher, Kaisertreue Volkspartei (Wolff-Verband)
Quellen
- Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW)
- Spieth, Alexander (2010): Politisch sehn, falsch sehn (Tübingen) S. 57.
- Thaler, Johannes (2014): Ally and Opposition, Austrian History Yearbook 45, S. 167–185.
- Thaler, Johannes/Spieth, Alexander in Legitimismus: Das Dollfuß/Schuschnigg-Regime 1933–1938 (2013). S. 69–85.
- Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)
4 Opfer

Bruno Fritz

Ernst Fürst von Hohenberg

Maximilian Herzog von Hohenberg
