Ernst Alfons Franz Ignaz Joseph Maria Anton Fürst von Hohenberg

Photo von Ernst Fürst von Hohenberg
Ernst Fürst von Hohenberg (Wikipedia)

Personalia

Geboren:

27. Mai 1904, Konopischt

Gestorben:

5. Mai 1954, Graz

Beruf:

Forstwirt

Verfolgung:

Haft 16.3.1938 - 20.3.1938,
KZ Dachau 21.3.1938 - 20.9.1939,
KZ Flossenbürg 21.9.1939 - 22.3.1940,
KZ Sachsenhausen 23.3.1940 - 12.4.1943

Mitgliedschaften

ÖVP Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich

Lebenslauf

Ernst Alfons Franz Ignaz Joseph Maria Anton Fürst von Hohenberg ist der zweite Sohn von vier Kindern des österreichischen Thronfolgers Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich-Este und seiner Ehefrau Gräfin Sophie Chotek, Herzogin von Hohenberg. Durch die morganatische Ehe seiner Eltern sind er und seine Geschwister von der Thronfolge ausgeschlossen.

Nach dem Attentat auf seine Eltern im Jahr 1914 kommen er und seine Geschwister in die Obhut seiner Tante mütterlicherseits, Henriette Gräfin Chotek. Die verwaisten Kinder werden von Kaiser Franz Joseph I. nur einmal empfangen. Die drei Kinder erben das Schloss Artstetten in Niederösterreich, ferner das Schloss Konopiště südlich von Prag, das Schloss Chlumetz in Südböhmen und das Schloss Greifenberg in Radmer in der Steiermark. Nach dem Tod des Kaisers Franz Joseph I. 1916 werden aus seinem Nachlass 20.000 ha Hektar Waldbesitz in Radmer, Steiermark, die eigentlich als testamentarisches Erbteil für Franz Ferdinand vorgesehen sind, an dessen Waisenkinder Maximilian Herzog von Hohenberg, Sophie Fürstin von Hohenberg und Ernst Fürst von Hohenberg übertragen.

Während der Regierungszeit Kaiser Karls I. erhalten die Kinder des Thronfolgerpaars am 31. August 1917 ein erbliches Wappen und die in der Primogenitur erbliche Herzogswürde mit der Anrede Hoheit, die übrigen Nachkommen den Titel Fürst bzw. Fürstin mit der Anrede Durchlaucht. Während seinem Bruder Maximilian der Erstgeborenentitel Herzog zukommt, haben Sophie und Ernst den Adelstitel Fürst bzw. Fürstin.

Nach dem Untergang Österreich-Ungarns und der Vertreibung des Kaiserhauses aus Österreich studiert Ernst Fürst von Hohenberg Forstwirtschaft in Bruck an der Mur. Gemeinsam mit seinem Bruder engagiert er sich in den 1930ern in legitimistischen Organisationen und tritt dem österreichischen Heimatschutz bei. Er tritt als Redner bei Versammlungen gegen den Nationalsozialismus auf und setzt sich vehement für die Eigenständigkeit Österreichs ein. Darüber hinaus steht er in engem Kontakt zum Sohn des letzten Kaisers von Österriech, Otto von Habsburg-Lothringen, der eine der Speerspitzen gegen den Nationalsozialismus ist. Im legitimistischen Dachverband Eiserner Ring ist er ebenfalls aktiv. 1936 heiratet er in Wien Maria Therese Wood. Aus dieser Ehe gehen zwei Kinder hervor.

Am 12. März 1938 muss Ernst Fürst von Hohenberg erleben, wie das freie und unabhängige Österreich mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht untergeht. Bereits am 16. März 1938 wird er von der Gestapo verhaftet und am 21. März 1938 in das KZ Dachau deportiert. Die Einweisung in das KZ Dachau findet noch vor dem ersten Massentransport aus dem besetzten Österreich, dem sogenannten 'Prominententransport' am 1. April 1938, statt. Die Güter der Familie Hohenberg werden von den Nationalsozialisten konfisziert. Nach dem Überfall auf Polen und dem damit verbundenen Ausbruch des II. Weltkrieges muss das KZ Dachau für die SS kurzfristig geräumt werden und Ernst Fürst von Hohenberg wird am 20. September 1938 in das KZ Flossenbürg überstellt. Am 23. März 1940 erfolgt die Überstellung aus dem KZ Flossenbürg in das KZ Sachsenhausen. Aus diesem Konzentrationslager wird er am 12. April 1943 entlassen.

Nach der Befreiung Österreichs im Mai 1945 und der Wiedererrichtung der Republik, werden der Familie Hohenberg ihre von den Nationalsozialisten enteigneten Güter restituiert. Ernst Fürst von Hohenberg wird wieder Forstwirt und tritt der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei. Die Misshandlungen in den Konzentrationslagern haben ihn jedoch körperlich derart geschwächt, dass er mit 49 Jahren in Graz verstirbt. Er findet seine letzte Ruhestätte in der Hohenberg’schen Familiengruft in Schloss Artstetten.

Orte

Wohnort:

Verfolgung:

KZ Dachau (Deutschland), KZ Flossenbürg (Deutschland), KZ Sachsenhausen (Oranienburg, Deutschland)

Quellen

Wikipedia unter de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Hohenberg

Archiv der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich (KPV)

Ernst Fürst von Hohenberg

Forstwirt
* 27. Mai 1904
Konopischt
† 5. Mai 1954
Graz
Haft, KZ Dachau, KZ Flossenbürg, KZ Sachsenhausen