Souveräner Malteser-Ritterorden in Österreich

Der Souveräne Malteser-Ritterorden (SMRO) entstand aus einer Hospitalgemeinschaft im Jerusalem des 11. Jahrhunderts und wurde 1113 päpstlich anerkannt. In Österreich ließ sich der damals als Johanniterorden bekannte Orden 1146 nieder: Chadolt der Ältere schenkte ihm Besitzungen in Mailberg. Damit begann die bis heute ununterbrochene Besitzgeschichte der dortigen Kommende, einer Niederlassung mit geistlichen und wirtschaftlichen Aufgaben und der ältesten durchgehend bestehenden Besitzung des Ordens weltweit. 

In Wien wurde eine Niederlassung mit Kapelle und Spital 1217 erstmals urkundlich erwähnt. Die österreichischen Niederlassungen gehörten später zum Großpriorat Böhmen-Österreich. Seelsorge, Krankenpflege und wirtschaftliche Verwaltung prägten ihre Tätigkeit. Während der osmanischen Belagerung Wiens 1529 nahm die Wiener Kommende Menschen aus den verwüsteten Vorstädten auf. 

Mit der Verlegung des Ordenssitzes nach Malta 1530 setzte sich der Name Malteser durch. Seit 1648 war der Orden in Wien ständig diplomatisch vertreten. Nach dem Verlust Maltas 1798 verlagerte sich der Schwerpunkt zunehmend auf karitative Aufgaben. Im Ersten Weltkrieg betrieb der Orden Lazarettzüge. Deren hohe Kosten trugen dazu bei, dass er 1933 den Wiener Johanneshof samt Malteserkirche verkaufen musste; die Kirche blieb jedoch in seiner Nutzung. 

Nach der Annexion Österreichs 1938 wurde das Großpriorat Böhmen-Österreich geteilt. Das österreichische Großpriorat mit Sitz in Wien geriet unter deutsche Zwangsverwaltung; die Gesandtschaft blieb von 1938 bis 1945 geschlossen. Nach Kriegsende erhielt der Orden die Verfügung über seine vielfach kriegsbeschädigten Kirchen und Kommenden zurück. 

Aus der Hilfe für ungarische Flüchtlinge 1956 ging der Malteser Hospitaldienst Austria (MHDA) hervor. 1957 wurde wieder ein Gesandter bei der Republik Österreich bestellt. In den folgenden Jahrzehnten verband der katholische Laienorden seine religiöse Tradition mit Rettungsdienst, Krankenpflege, Behindertenbetreuung und humanitärer Hilfe. Seine völkerrechtliche Souveränität blieb trotz des fehlenden Staatsgebietes erhalten.

Quellen

  • Botschaft der Souveränen Malteser-Ritterordens unter austriaembassy.orderofmalta.int/de/beziehungen-zu-oesterreich/
  • Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMeiA) unter www.bmeia.gv.at/oeb-heiligen-stuhl/die-botschaft/sonstige-zustaendigkeiten-der-botschaft/souveraener-malteser-ritterorden
  • Souveräner Malteser-Ritterorden unter www.malteserorden.at

10 Opfer

Otto von Habsburg-Lothringen

Präsident des Europaparlaments
* 20. November 1912
Reichenau an der Rax
† 4. Juli 2011
Pöcking
Widerstandskämpfer (unentdeckt)

Ernst Fürst von Hohenberg

Forstwirt
* 27. Mai 1904
Konopischt
† 5. Mai 1954
Graz
Haft, KZ Dachau, KZ Flossenbürg, KZ Sachsenhausen

Maximilian Herzog von Hohenberg

Gutsverwalter
* 29. September 1902
Wien
† 8. Jänner 1962
Wien
Haft, KZ Dachau

Theodor Ritter von Hornbostel

Diplomat
* 9. Jänner 1889
Wien
† 8. Juni 1973
Gmunden
Entlassung, Haft, KZ Buchenwald, KZ Dachau

Theodor Kardinal Innitzer

Erzbischof von Wien
* 25. Dezember 1875
Neugeschrei
† 9. Oktober 1955
Wien
Öffentliche Demütigung

Ferdinand Stanislaus Pawlikowski

Bischof
* 28. April 1877
Wien
† 31. Juli 1956
Graz
Haft

Franz Rehrl

Landeshauptmann von Salzburg
* 4. Dezember 1890
Salzburg
† 23. Jänner 1947
Salzburg
Entlassung, Haft, KZ Ravensbrück

Kurt von Schuschnigg

Bundeskanzler
* 14. Dezember 1897
Riva am Gardasee
† 18. November 1977
Mutters
Haft, KZ Dachau, KZ Flossenbürg, KZ Sachsenhausen

Heinrich Prinz zu Schwarzenberg

Gutsbesitzer
* 29. Jänner 1903
Preßburg
† 18. Juni 1965
Wien
Haft, KZ Buchenwald

Carl Vaugoin

Bundeskanzler und Bundesminister
* 8. Juli 1873
Wien
† 10. Juni 1949
Krems
Gauverbot, Haft