Karl Andreas Krumpl (geb. Klatzer)

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Karl Krumpl
Bild: DÖW

Personalia

Geboren:

27. September 1909, St. Veit/Glan

Gestorben:

22. März 1945, Ermordet in Wien

Beruf:

Angestellter

Verfolgung:

Haft 12.03.1938 - 12.07.1941,
Haft 19.03.1943 - 22.03.1945,
Ermordet im Wiener Landesgericht am 22.03.1945

Mitgliedschaften

K.Ö.St.V. Babenberg Klagenfurt, Antifaschistische Freiheitsbewegung Österreich

Lebenslauf

Karl Andreas Klatzer kommt in St. Veit an der Glan als unehelicher Sohn von Stefan Krumpl und Gabriela Klatzer zur Welt. Nachdem seine Eltern später heiraten nimmt er 1915 den Nachnamen 'Krumpl' an. Nach der Volksschule besucht er das Gymnasium in Klagenfürt, bricht seine schulische Ausbildung jedoch mit der 3. Klasse ab und erlernt zwischen 1924 und 1928 das Schriftsetzerhandwerk in der Buchdruckerei 'Carinthia' in Klagenfurt. Am 18. Juli 1932 heiratet er Pauline Goritschnik, die Ehe bleibt kinderlos. 1934 wechselt er seine Beschäftigung und wird Funktionär (Sekretär) der Vaterländischen Front. Ferner ist er auch als Mitglied des Kärntner Landtags sowie in der Verwaltungskommission der Arbeiterkammer in Kärnten tätig. Auf dem Weihnachtskommers 1937 erhält er als Ehrenmitglied das Band der Mittelschulverbindung Nibelungia Klagenfurt (heute Babenberg Klagenfurt).

Am 12. März 1938 erlebt Karl Krumpl wie mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht, das freie und unabhängige Österreich untergeht. Nach am Tag der Besetzung seines Heimatlandes, wird er von der Gestapo in Schutzhaft genommen, dort schwer misshandelt und am 30. Mai 1938 vom Bezirksgericht Klagenfurt gemäß '§ 411, 492 StG. u. § 2, 8, 32 u. 36 Waffenpatent' zu vier Monaten Arrest sowie am 1. Februar 1939 vom Landgericht Klagenfurt 'wegen leichter Körperverletzung und öffentlicher Gewalttätigkeit“ gemäß '§ 152, 155a, b, u. d., 155 u. 99 St.G.' zu vier Jahren schweren Kerker verurteilt. Am 12. Juli 1941 kommt er bedingt (Strafrest von 1 Jahr mit Probezeit bis 30. Juni 1946 bedingt ausgesetzt) frei und erhält Gauverweis sowie bis zu seiner Einberufung zur Wehrmacht im September 1942 [zum Afrikakorps in Tunis] eine Anstellung als Lohnbuchhalter bei der Firma Hans Lehnhart & Co in Bruck a. d. Mur.

Im Frühjahr 1942 wird in Kärnten auf Anregung von Pfarrer Dr. Anton Granig, Klagenfurt eine Widerstandsgruppe ins Leben gerufen, die sich „Antifaschistische Freiheitsbewegung Österreichs“ (AFÖ) nennt. Hierzu zählen auch Arthur Trattler, Anton Jaklitsch, Ernst Ortner und Otto Tiefenbrunner. Unter der Leitung Karl Krumpl planen die Widerstandskämpfer 1942/43 die Befreiung Kanzler Schuschniggs aus dem KZ Sachsenhausen und haben hierzu schon die Mitwirkung von Wachposten erreicht. Durch das Fehlen eines Stempels in dem gefälschten Soldbuch eines der Hauptakteure wird die Organisation aufgedeckt und die Gestapo verhaftet die ihr bekannt gewordenen Führungskräfte und Mitglieder der AFÖ. Karl Krumpl wird am 19. März 1943 unmittelbar vor seinem Fronteinsatz in Tunis festgenommen und in das Wehrmachtsuntersuchungsgefängnis Wien X, Hardtmuthgasse, eingeliefert. Ihm wird vor dem 5. Senat des Volksgerichtshofs (VGH), der vom 9. bis 11. August 1944 in Wien unter Vorsitz von Dr. Albrecht aus Berlin tagt, wegen Vorbereitung zum Hochverrat und Feindbegünstigung der Prozess gemacht. Zusammen mit fünf weiteren Mitangeklagten wird Karl Krumpl dann am 11. August 1944 zum Tode verurteilt.

[…] Die Angeklagten … Ortner, Krumpl, … und Dr. Pieller haben in den Jahren 1941–1943 vor allem in Kärnten eine Organisation mit habsburgisch-separatistischen Zielen ins Leben gerufen oder sich an diesen staatsfeindlichen Umtrieben als Mittäter beteiligt. [… ] Es werden verurteilt: wegen Vorbereitung zum Hochverrat und Feindbegünstigung: die Angeklagten Dr. Granig, […], Krumpl, Dr. Steinwender und Dr. Pieller zum Tode und zum Ehrenrechtsverlust auf Lebenszeit.

Aus dem Urteil vom 11. August 1944

Kurz vor Kriegsende wird Karl Krumpl dann am letzten Hinrichtungstermin im Wiener Landesgericht am 22. März 1945 durch das Fallbeil hingerichtet.

Für Österreich!

Letzte Worte von Karl Krumpl als er seine Zelle für seine Hinrichtung am 22. März 1945 verlässt.

Seine sterblichen Überreste werden in Wien exhumiert und am 2. März 1946 auf dem Friedhof in Klagenfurt St. Georgen a. Sandhof beigesetzt.

Orte

Ehrung:

Krumplgasse (Klagenfurt), Stolperstein (Klagenfurt)

Sterbeort:

Wohnort:

Lastenstraße 3 (Klagenfurt)

Quellen

  • Fritz, Herbert/Krause, Peter (2013): Farbe tragen, Farbe bekennen 1938–45. Katholische Korporierte in Widerstand und Verfolgung. (ÖVfStG, 2013), S. 394/395.

Karl Krumpl

Angestellter
* 27. September 1909
St. Veit/Glan
† 22. März 1945
Ermordet in Wien
Haft, Ermordet