Dorothea Franziska Xaveria Karasek (geb. von Klopp)

Personalia
Geboren:
Gestorben:
Beruf:
Verfolgung:
Haft 19.09.1940 - 22.01.1943
Mitgliedschaften
Lebenslauf
Dorothea Franziska Xaveria Edle von Klopp kommt in Wien als eheliche Tochter des aus Hannover stammenden herzoglichen Finanz-Assessors Wiard von Klopp und seiner Gattin Justina Maria, geborene Freiin von Vogelsang, zur Welt. Ihr Großvater war der katholische Publizist, Politiker und Sozialreformer Karl Freiherr von Vogelsang, dessen Arbeiten in die bedeutende Enzyklika 'Rerum Novarum'von Papst XII einflossen. Wiard von Klopp, der die erste Biographie über Karl Freiherr von Vogelsang schrieb, wurde 1910 in den Adelsstand erhoben.
Dorothea von Klopp wird in Wien groß und geht dort zur Schule. Im November 1918 erlebt sie die Niederlage Österreich-Ungarns, die Zerschlagung der Doppelmonarchie und die Vertreibung des Hauses Habsburg. 1920 heiratet sie den Juristen und Sektionschef Rudolf Karasek. Die Ehe bleibt kinderlos. Dorothea Karasek ist gläubige Katholikin und überzeugte Legitimistin. In den 1920ern und 1930ern ist sie häufige Besucherin legitimistischer Veranstaltungen. Dem Nationalsozialismus steht sie sehr ablehnend gegenüber.
Die patriotische Österreicherin muss am 12. März 1938 erleben, wie mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht, das freie und unabhängige Österreich untergeht. Bald nach der Besetzung Österreichs wird sie von ihrem Bekannten Oskar Bourcard, den sie von den legitimistischen Veranstaltungen der 1920er und 1930er Jahre kennt, angesprochen, ob sie ihm den Kontakt zu Gegnern des Nationalsozialismus herstellen könne. Er unterrichtet sie auch vom Bestehen der Widerstandsgruppe 'Großösterreichische Freiheitsbewegung' um den Rechtsanwaltsanwärter Jakob Kastelic. Sie tritt der Widerstandsgruppe bei und macht Oskar Bourcard mit Johann Blumenthal bekannt. Sie stellt in weiterer Folge ihre Wohnung für Zusammenkünfte zur Verfügung und wirbt Pia Gaertner für die Gruppe. Gemeinsam mit Pia Gärtner sammelt sie Geld für eine von der Gestapo verhaftete Jüdin.
1940 gelingt es, Verbindung mit den "Österreichischen Freiheitsbewegungen" um Karl Lederer und den Augustiner-Chorherrn Roman Karl Scholz aufzunehmen.
Ab Juli 1940 werden gut 300 Personen dieser Widerstandsgruppen vom Burgschauspieler Otto Hartmann verraten (Otto Hartmann wird in der Folge 1947 zu lebenslanger Haft verurteilt und 1957 begnadigt) und Dorothea Karasek am 19. September 1940 in ihrer Wohnung verhaftet. Sie ist in Wien und Krems bis 22. Jänner 1943 in Haft.
In einem Prozess vor dem Volksgerichtshof am 20. Juli 1944 wird sie wegen 'Vorbereitung zum Hochverrat' zu zwei Jahren und drei Monaten, unter Anrechnung der Untersuchungshaft, verurteilt. Damit gilt die Haft als verbüßt. Die Witwenpension ihres inzwischen verstorbenen Ehemanns wird ihr entzogen.

In Wien erlebt Dorothea Karasek die Befreiung Österreichs und die Wiedererrichtung der Republik im April bzw. Mai 1945. Sie tritt der neugegründeten Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei.
Dorothea Karasek verstirbt kinderlos in Wien mit 71 Jahren in Wien.
Orte
Wohnort:
Quellen
Wiener Stadt- und Landearchiv (WStLA)
Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW)
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