Magdalena Kaupert (geb. Stojka)

Personalia
Geboren:
Gestorben:
Beruf:
Verfolgung:
Haft 13.08.1942 - 28.04.1945
Mitgliedschaften
Lebenslauf
Magdalena Stojka kommt in Walsum-Altenrade bei Duisburg am Niederrhein in Deutschland als eheliche Tochter von Martin und Anna Stojka zur Welt. Über ihre Kindheit und Jugend ist nichts erhalten geblieben, außer dass die Volksschule besucht und im Anschluss Haushaltshilfe wird.
Sie wandert später nach Rumänien aus und zieht 1940 in das von deutschen besetzte Wien. Dort lernt sie den selbständigen Uhrmachermeister Alois Sopper kennen und zieht mit ihm zusammen. In Wien arbeitet sie als Krankenpflegerin.
Im Uhrmachergeschäft von Alois Sopper sind oftmals seine Bekannten, der Beamte bei den Wiener Straßenbahnen Leopold Reif und der Schweisser August Luka anwesend. Alle sind kommunistisch bzw. sozialdemokratisch eingestellt und politisieren oft.
Im Mai 1942 verteilt Leopold Reif in dieser Runde ein kommunistisches Flugblatt.
Mit großem Geschrei kündigt Hitler eine neue Offensive an. Das bedeutet neue Blutopfer für unsere Jugend. Das bedeutet aber auch neue Opfer, neues Eldend für uns Arbeiter und Arbeiterinnen.
Arbeiter und Arbeiterinnen!
Denkt stats an dieses sinnlose Blutvergiessen, es ist das Blut Eurer Söhne, Väter, Brüder! Kämpft mit uns gegen Hitler! Er allein ist der Mörder unserer Jungend! Lasst Euch keine neuen Opfer aufbürden! Wir wollen unsere Jugend, unsere Väter und Brüder!
Arbeiter und Arbeiterinnen!
Sabotiert Hitlers Kriegsmaschinerie wo Ihr nur könnt! Arbeitet so langsam wir nur möglich! Jedes Stück weniger dient dem Frieden! Jedes Stück mehr verlängert den Krieg!
Es lebe die Freiheit!
Es lebe der internationale Völkerfriede!
Es lede das internationale Proletariat!
Es lebe der Führer der proletarischen Revolution!
Genosse Stalin!
Zentralkommitee der Kommunistischen Partei Österreichs!
Magdalena Stojka reicht diesen Flugzettel an August Luka weiter, in dem Ansinnen, dass dieser ihn vervielfältigt.
August Luka verteilt darauf hin die Flugzettel in den 'Vereinigten Emailwerken Austria', zu dieser Zeit ein Rüstungsbetrieb. Die Gestapo erlangt Kenntnis von von der Aktion und Magdalena Stojka wird am 13. August 1942 verhaftet. Am 3. Februar 1943 kommt in der Haft der gemeinsame Sohn Paul zur Welt. In einem Prozess vor dem Oberlandesgericht Wien wird sie am 20. Mai 1943 wegen 'Vorbereitung zum Hochverrat' zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilt. Sie verbüßt ihre haft in der Justizanstalt Aichach in Bayern.
Magdalena Stojka wird am 28. April 1945 von der US-Army in der Justizanstalt Aichach befreit. Sie kehrt zurück nach Wien und tritt der Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ) bei. Am 17. Juli 1945 heiratet sie den Widerstandskämpfer Karl Kaupert, der ihren Sohn adoptiert.
Karl Kaupert verstirbt am 9. November 1946 aufgrund einer Sepsis. Magdalene Kaupert tritt in weiterer Folge aus der Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ) aus und der Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei.
Im Befreiten Österreich ist Magdalena Kaupert im Haushalt tätig. Sie verstirbt mit 85 Jahren in Wien und findet ihre letzte Ruhestätte am Wiener Zentralfriedhof.
Orte
Wohnort:
Quellen
Wiener Stadt- und Landearchiv (WStLA)
Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW)
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