August Luka

Personalia
Geboren:
Gestorben:
Beruf:
Verfolgung:
Haft 04.08.1942 - 28.04.1943,
Ermordet am 28.04.1943
Mitgliedschaften
Lebenslauf
August Luka kommt im 7. Budapester Gemeindebezirk 'Erzsébetváros' [zu deutsch: Elisabethstadt] als uneheliches Kind zur Welt. Nachdem es zu seiner Kindheit in Ungarn noch keine allgemeine Schulpflicht gibt, besucht er keine Schule. Später erlernt er das Seilerhandwerk und arbeitet als Maschinentischler in einer Holzfabrik, bis er 1906 zur Armee eingezogen wird. Nach Ableistung des Präsenzdienstes arbeitet er wieder.
Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges wird er einberufen und gerät bei Przemyls [heute in Polen] in russische Kriegsgefangenschaft. Nach der Niederlage Österreich-Ungarns, der Zerschlagung der Doppelmonarchie und der Vertreibung des Hauses Habsburg kehrt er 1919 nach Budapest zurück und dient während der kommunistischen Herrschaft Bela Khuns als 'roter Wachmann'. Nach dem Sturz Bela Khuns 1922 verläßt er aus Angst vor Verfolgung wegen seiner Zugehörigkeit zu den 'Roten Brigaden' Budapest und zieht nach Wien. Im gleichen Jahr tritt der der Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ) bei und organisiert sich in der sozialdemokratischen Gewerkschaft. Er heiratet in dieser Zeit Leopoldine Glaser. Arbeitet August Luka anfangs noch als Hilfsarbeiter, so ist er ab 1928 arbeitslos.
Am 12. März 1928 erlebt August Luka den Untergang des freien und unabhängigen Österreich mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht. Der überzeugte Kommunist und Gegner des Nationalsozialismus findet bald nach der Besetzung Österreichs Arbeit bei 'Vereinigten Emailwerken Austria' und wird zum Schweisser umgeschult.
Nach dem Überfall Hitler-Deutschlands auf Polen und dem damit verbundenem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges werden die 'Vereinigten Emailwerken Austria' in einen Rüstungsbetrieb umgestellt. August Luka, der den Krieg und das Regime entschieden ablehnt, überschreitet 1941 seinen Urlaub um 14 Tage, weshalb er eine Ordnungsstrafe zahlen muss.
August Luka ist mit dem Uhrmacher Alois Sopper befreundet. In dessen Geschäft trifft er oftmals den Beamten bei den Wiener Straßenbahnen Leopold Reif und die Lebensgefährtin von Alois Sopper, die Krankenpflegerin Magdalena Stojka . Alle sind kommunistisch bzw. sozialdemokratisch eingestellt und politisieren oft.
Im Mai 1942 verteilt Leopold Reif in dieser Runde ein kommunistisches Flugblatt.
Mit großem Geschrei kündigt Hitler eine neue Offensive an. Das bedeutet neue Blutopfer für unsere Jugend. Das bedeutet aber auch neue Opfer, neues Eldend für uns Arbeiter und Arbeiterinnen.
Arbeiter und Arbeiterinnen!
Denkt stats an dieses sinnlose Blutvergiessen, es ist das Blut Eurer Söhne, Väter, Brüder! Kämpft mit uns gegen Hitler! Er allein ist der Mörder unserer Jungend! Lasst Euch keine neuen Opfer aufbürden! Wir wollen unsere Jugend, unsere Väter und Brüder!
Arbeiter und Arbeiterinnen!
Sabotiert Hitlers Kriegsmaschinerie wo Ihr nur könnt! Arbeitet so langsam wir nur möglich! Jedes Stück weniger dient dem Frieden! Jedes Stück mehr verlängert den Krieg!
Es lebe die Freiheit!
Es lebe der internationale Völkerfriede!
Es lede das internationale Proletariat!
Es lebe der Führer der proletarischen Revolution!
Genosse Stalin!
Zentralkommitee der Kommunistischen Partei Österreichs!
Magdalena Stojka reicht diesen Flugzettel an August Luka weiter, in dem Ansinnen, dass dieser ihn vervielfältigt.
August Luka gibt den Flugzettel seinem Bekannten Leopold Segall, der diesen seinerseits vervielfältigt und den Text geringfügig verändert.
Am 3. August 1942 verteilen sie die Flugzettel in den 'Vereinigten Emailwerken Austria' an fünf bis sechs bekannte Personen. Die Aktion wird bekannt und August Luka wird am 4. August von der Gestapo verhaftet. In einem Prozess vor dem Volksgerichtshof werden er und Leopold Segall am 16. Februar 1943 wegen 'Vorbereitung zum Hochverrat' zum Tode verurteilt.
Die Urteile werden am 28. April 1943 im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee vollstreckt und August Luka um 19:09 Uhr hingerichtet.

Orte
Wohnort:
Quellen
Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW)
Gedenkstätte Plötzensee unter www.gedenkstaette-ploetzensee.de
