Alois Sopper

Personalia
Geboren:
Gestorben:
Beruf:
Verfolgung:
Haft 13.08.1942 - 06.04.1945
Lebenslauf
Alois Sopper kommt in Iglau in Mähren [heute: Jihlava in Tschechien] als ehelicher Sohn des Beamten der k.k. österreichischen Staatsbahnen Adalbert Sopper und seiner Gattin Theresia, geborene Klein, zur Welt. Nach der Schulbildung macht Alois Sopper die Ausbildung zum Uhrmacher. Die Familie zieht noch vor 1910 nach Wien, wo er bei verschiedenen Uhrmachermeistern als Gehilfe tätig ist.
In Wien erlebt Alois Sopper die Niederlage Österreich-Ungarns, die Zerschlagung der Doppelmonarchie und die Vertreibung des Hauses Habsburg. Politisch ist er nicht aktiv. Ab 1930 ist er selbständiger Uhrmachermeister.
Am 12. März 1938 erlebt Alois Sopper, wie mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht das freie und unabhängige Österreich untergeht. 1940 oder 1941 geht er eine Beziehung mit der aus Rumänien 1940 zugewanderten Magdalena Stojka ein und zieht mit ihr zusammen.
Im Uhrmachergeschäft von Alois Sopper sind oftmals seine Bekannten, der Beamte bei den Wiener Straßenbahnen Leopold Reif und der Schweisser August Luka anwesend. Sie sind kommunistisch bzw. sozialdemokratisch eingestellt und politisieren oft. Im Mai 1942 verteilt Leopold Reif in dieser Runde ein kommunistisches Flugblatt.
Mit großem Geschrei kündigt Hitler eine neue Offensive an. Das bedeutet neue Blutopfer für unsere Jugend. Das bedeutet aber auch neue Opfer, neues Eldend für uns Arbeiter und Arbeiterinnen.
Arbeiter und Arbeiterinnen!
Denkt stats an dieses sinnlose Blutvergiessen, es ist das Blut Eurer Söhne, Väter, Brüder! Kämpft mit uns gegen Hitler! Er allein ist der Mörder unserer Jungend! Lasst Euch keine neuen Opfer aufbürden! Wir wollen unsere Jugend, unsere Väter und Brüder!
Arbeiter und Arbeiterinnen!
Sabotiert Hitlers Kriegsmaschinerie wo Ihr nur könnt! Arbeitet so langsam wir nur möglich! Jedes Stück weniger dient dem Frieden! Jedes Stück mehr verlängert den Krieg!
Es lebe die Freiheit!
Es lebe der internationale Völkerfriede!
Es lede das internationale Proletariat!
Es lebe der Führer der proletarischen Revolution!
Genosse Stalin!
Zentralkommitee der Kommunistischen Partei Österreichs!
Magdalena Stojka reicht diesen Flugzettel an August Luka weiter, in dem Ansinnen, dass dieser ihn vervielfältigt.
August Luka verteilt darauf hin die Flugzettel in den 'Vereinigten Emailwerken Austria', zu dieser Zeit ein Rüstungsbetrieb. Die Gestapo erlangt Kenntnis von von der Aktion und Alois Sopper wird am 13. August 1942 verhaftet. Am 3. Februar 1943 kommt der gemeinsame Sohn Paul zur Welt. In einem Prozess vor dem Oberlandesgericht Wien wird er am 20. Mai 1943 wegen 'Vorbereitung zum Hochverrat' zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilt. Er verbüßt seine Haft im Landesgericht I in Wien und kommt am 6. April 1945 aufgrund der Kampfhandlungen in Wien frei.
In Wien erlebt Alois Sopper die Befreiung Österreichs und die Wiedererrichtung der Republik im April bzw. Mai 1945. Er führt sein Uhrmachergeschäft anfangs weiter. Die Beziehung mit Magdalena Stojka geht später in Brüche und er heiratet eine andere Frau. Anfang der 1950er Jahre schließt er seinen Betrieb und vermietet die Geschäftsräume.
In Wien geht Alois Sopper in Pension und verstirbt mit 85 Jahren. Er findet seine letzte Ruhestätte am Friedhof in Wien-Mauer.
Orte
Wohnort:
Quellen
Wiener Stadt- und Landearchiv (WStLA)
Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW)
Matricula Online
Friedhöfe Wien - Verstorbenensuche
