Robert Grünholz

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Robert Grünholz
Bild: DÖW

Personalia

Geboren:

12. Februar 1883, Wien

Gestorben:

18. April 1968, Wien

Beruf:

Kaufmann

Verfolgung:

Entlassung 31.03.1938

Ehrungen:

Militärverdienstkreuz mit KD und Schwertern

Mitgliedschaften

Österreichische Volkspartei, ÖVP Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich

Lebenslauf

Robert Grünholz kommt in Wien als ehelicher Sohn des Möbelhändlers und Tapezierers Gustav Grünholz und seiner Gattin Eleonore, geborene Floch, zur Welt. Die Familie ist jüdischen Glaubens. Nach der Volksschule und dem Gymnasialunterstufe gesucht er die Handelsakademie im 1. Wiener Gemeindebezirk, wo er 1904 maturiert. Danach meldet er sich als Einjährig-Freiwilliger zur k.u.k. Armee.

Nach seiner Ausmusterung als Leutnant der Reserve macht er sich als Handelsvertreter für Möbel selbständig. 1914 konvertiert er zum katholischen Glauben. Mit Ausbruch des I. Weltkrieges wird er eingezogen und heiratet 1916 Adelheid Seraphina Gál, genannt Etelka. Im gleichen Jahr kommt seine Tochter Eleonore zur Welt. Er wird an der italienischen Front, an der Isonzo-Front, eingesetzt und erleidet dort eine Gasvergiftung.

Nach der Niederlage Österreich-Ungarns, der Zerschlagung der Doppelmonarchie und der Vertreibung der Habsburger, kehrt Robert Günholz heim. Sein Unternehmen ist aufgrund von Kriegsanleihen in finanziellen Schwierigkeiten. Er vermietet sein Atelier und seine Werkstätte um sich und seine Familie erhalten zu können. 1921 kommt seine Tochter Hildegard zur Welt.

Nachdem er bei einigen Unternehmen angestellt war, fängt Robert Grünholz 1928 schließlich bei der 'Sembustowerk-Holzindustrie- und Handesl-A.G.', im 10. Wiener Gemeindebezirk, an zu arbeiten.

Am 12. März 1938 muss Robert Grünholz erleben, wie das freie und unabhängige Österreich mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht untergeht. Mit der Besetzung Österreichs wird die deutsche Gesetzgebung übernommen und damit auch die ‘Nürnberger Rassengesetze’, nach denen Robert Grünholz als 'Volljude’ gilt.

Am 31. März 1938 wird Robert Grünholz aus 'rassischen Gründen' aus der Arbeit entlassen. Bis 14. Dezember 1942 ist er arbeitslos und wird danach bei der Tischlerei Fa. Ferdinand Bauersax dienstverpflichtet. Seine Tochter Eleonore flüchtet in die Türkei, seine Tochter Hildegard wird 1944 wegen Vorbereitung zum Hochverrat festgenommen. Er wird in kein Konzentrationslager deportiert, muss jedoch ab 19. September 1941 den gelben Stern, den 'Judenstern', sichtbar an der Kleidung tragen.

Robert Grünholz arbeitet bis 1. April 1945 bei der Fa. Ferdinand Bauersax und erlebt die Befreiung Österreichs und die Wiedererrichtung der Republik. Altersbedingt geht er in Pension. Er tritt der neugegründeten Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei.

Robert Grünholz stirbt mit 85 Jahren in Wien und findet seine letzte Ruhestätte am Wiener Zentralfriedhof.

Orte

Wohnort:

Quellen

Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)

Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW)

Matricula Online

www.geni.com

Friedhöfe Wien - Verstorbenensuche

Robert Grünholz

Kaufmann
* 12. Februar 1883
Wien
† 18. April 1968
Wien
Entlassung