Hofrat DI Dr. Ernest Franz Otto Wilhelm Hippauf

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Ernest Hippauf
Bild: DÖW

Personalia

Geboren:

8. Oktober 1904, Wien

Gestorben:

14. Oktober 1981, Wien

Beruf:

Beamter

Verfolgung:

Haft 04.09.1940 - 02.09.1943

Mitgliedschaften

Österreichische Freiheitsbewegungen, Österreichische Volkspartei, ÖVP Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich

Lebenslauf

Ernest Franz Otto Wilhelm Hippauf kommt in Wien als ehelicher Sohn des Musiklehrers Otto Hippauf und seiner Gattin Helene, geborene Richter, zur Welt. Bereits 1907 verstirbt sein Vater, worauf sein Verwandter, der Beamte des Wiener Magistrats, Franz Hippauf die Vormundschaft übernimmt. Nach der Volksschule besucht er die Bundesrealschule 1070 Wien [heute: Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium Kandlgasse 30], wo er 1922 maturiert. Noch im gleichen Jahr inskribiert er Maschinenbau an der Technischen Hochschule in Wien [heute: Technische Universität Wien]. Sein Studium ermöglicht ein Stipendium der Technischen Hochschule und der Gemeinde Wien. Nach der ersten Staatsprüfung ändert er die Studienrichtung auf Elektrotechnik und spondiert am 28. Juni 1927 zum Ingenieur. [Anm: Nach 1939 konnte der Titel in Diplom Ingenieur umgeschrieben werden.]

Nach seiner Sponsion inkribiert Ernest Hippauf das Doktoratsstudium an der Technischen Hochschule und arbeitet dort als Wissenschaftliche Hilfskraft. Am 23. Dezember 1929 wird der nach seiner Dissertation zum Thema 'Untersuchung über den Einfluss der Feuchtigkeit auf die Überschlagspannung' zum Doktor der Technik promoviert. Danach arbeitet er bei der Kabelfabrik- und Drahtindustrie AG bis Ende 30. Juni 1931, um im Anschluss am III. Physikalischen Institut der Universität Wien als Wissenschaftliche Hilfskraft zu abreiten.

1935 tritt Ernest Hippauf, der ein strikter Gegner des Nationalsozialismus ist, der Vaterländischen Front und einer ihr nahestehenden Organisation bei. Am 8. April 1937 beginnt er schließlich im Österreichischen Patentamt zu arbeiten.

Der österreichische Patriot Ernest Hippauf muss am 12. März 1938 erleben, wie mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht, das freie und unabhängige Österreich untergeht. Den neuen Machthabern steht er weiterhin ablehnend gegenüber.

Anfang 1940 wird er von seiner Bekannten Margarethe Jahoda, die von seiner Abneigung gegenüber dem Nationalsozialismus weiß, angesprochen, ob er sich in der Österreichischen Freiheitsbewegung (ÖFB) um den Augustiner-Chorherren Roman Karl Scholz anschließen möchte. Nach einigen Treffen mit weiteren Mitgliedern der Österreichischen Freiheitsbewegung (ÖFB), legt Ernest Hippauf in der zweiten Junihälfte 1940 im Beisein von Wolfdietrich Weis und Hans Ferdinand Zimmerl seinen Eid auf die Widerstandsgruppe ab.

Ich schwöre meinen heiligsten Eid, der alle anderen Eide bricht, dass ich der Sache der Österreichischen Freiheitsbewegung mit dem Einsatz aller meiner Kräfte dienen, ihrer Führung unbedingten Gehorsam leisten und ihr Geheimnis jederzeit und vor jedem wahren werde. Gott ist der Zeuge und Rächer meines Eides.

Eid der Österreichischen Freiheitsbewegung

Nach Ablegung des Eides besprechen Hans Ferdinand Zimmerl, Wolfdietrich Weis und Ernest Hippauf die Möglichkeit des Aufbaues von geheimen Radiosendern. Bei einem weiteren Treffen am 2. Juli 1940 besprechen sie die Möglichkeit von Sabotageakten auf Fernsprechautomaten.

Um diese Zeit gelingt es, Verbindung mit der 'Österreichischen Freiheitsbewegung' um Karl Lederer und zur 'Großösterreichischen Freiheitsbewegung' um den Rechtsanwalt Jakob Kastelic aufzunehmen.

Ab Juli 1940 werden gut 300 Personen dieser Widerstandsgruppen vom Burgschauspieler Otto Hartmann verraten (Otto Hartmann wird in der Folge 1947 zu lebenslanger Haft verurteilt und 1957 begnadigt) und Ernest Hippauf am 4. September 1940 von der Gestapo verhaftet. Am 2. September 1943 wird er aus der Untersuchungshaft entlassen.

In einen Prozess vor dem Volksgerichtshof wird Ernest Hippauf am 8. Dezember 1943 zu zwei Jahren Haft unter Anrechnung der Untersuchungshaft verurteilt. Nachdem er knapp drei Jahre in Untersuchungshaft war, gilt die Haftstrafe als verbüßt.

Orte

Wohnort:

Ernest Hippauf

Beamter
* 8. Oktober 1904
Wien
† 14. Oktober 1981
Wien
Haft