Oberregierungsrat Wilhelm Johann Kralik

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Wilhelm Kralik
Bild: DÖW

Personalia

Geboren:

27. März 1888, Wien

Gestorben:

19. März 1961, Wien

Beruf:

Beamter

Verfolgung:

Haft 27.09.1940 - 30.09.1943,
Entlassung 30.11.1944

Mitgliedschaften

Sozialdemokratische Partei Österreichs, Österreichische Freiheitsbewegungen, Österreichische Volkspartei, ÖVP Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich

Lebenslauf

Wilhelm Johann Kralik kommt in Wien als ehelicher Sohn das Angestellten Wilhelm Kralik und seiner Gattin Barbara, geborene Herzig, zur Welt. Nach der Volksschule und der Realunterstufe besucht er eine Handelsakademie in Wien, wo er 1907 maturiert. Danach inskribiert er an der k.k. Exportakademie in Wien [heute: Wirtschaftsuniversität Wien], bricht aber das Studium ab. Er ist Mitglied des deutschen Schulvereins.

Am 16. Oktober 1912 tritt Wilhelm Kralik als Beamter in den Dienst der Gemeinde Wien. Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges wird er eingezogen. Nach der Niederlage Österreich-Ungarns, der Zerschlagung der Doppelmonarchie und der Vertreibung des Hauses Habsburg setzt er seine Arbeit bei der Gemeinde Wien fort und tritt der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP) [heute: Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ)] bei. Am 26. Mai 1921 heiratet er Anna Seltenreich, 1929 kommt sein Sohn zur Welt. Politisch scheint Wilhelm Kralik nach seinem Beitritt zur Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP) nicht aktiv gewesen zu sein.

Am 12. März 1938 erlebt Wilhelm Kralik, wie mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht das freie und unabhängige Österreich untergeht. Unmittelbar nach der Besetzung Österreichs verstirbt seine Ehefrau am 17. März 1938 an Lungentuberkulose, er heiratet am 18. Mai 1939 Friederike Wedral.

Im Jänner 1940 wird er von der Lehrerin Margarethe Skorch für die Österreichische Freiheitsbewegung um den ehemaligen Mitarbeiter der Finanzprokuratur Karl Lederer geworben. Er tritt der Widerstandsgruppe im Februar 1940 bei, leistet seinen Eid auf die Gruppe, zahlt seinen Mitgliedsbeitrag und wirbt weitere Mitglieder. Darüber hinaus nimmt er an Versammlungen teil, bei denen u.a. Karl Lederer Vorträge hält.

Um diese Zeit gelingt es Karl Lederer Verbindung mit der 'Österreichischen Freiheitsbewegung' um den Augustiner-Chorherren Roman Karl Scholz CanReg und zur 'Großösterreichischen Freiheitsbewegung' um den Rechtsanwalt Jakob Kastelic aufzunehmen.

Ab Juli 1940 werden gut 300 Personen dieser Widerstandsgruppen vom Burgschauspieler Otto Hartmann verraten (Otto Hartmann wird in der Folge 1947 zu lebenslanger Haft verurteilt und 1957 begnadigt) und Wilhelm Kralik am 27. September 1940 von der Gestapo verhaftet. Er verbringt seine Haft in Haftanstalten in Wien und der Haftanstalt Anrath in Nordrhein-Westfalen.

Am 30. September 1943 wird Wilhelm Kralik aus der Haft entlassen und kehrt zurück nach Wien. In einem Prozess vor dem Volksgerichtshof am 30. November 1944 wird er wegen 'Vorbereitung zum Hochverrat' zu zwei Jahren Haft unter Anrechnung der Untersuchungshaft verurteilt. Damit gilt die Strafe als verbüßt, er wird aber noch am gleichen Tag aus dem öffentlichen Dienst entlassen.

In Wien erlebt Wilhelm Kralik die Befreiung Österreichs und die Wiedererrichtung der Republik im April bzw. Mai 1945. Er wird rehabilitiert, tritt wieder in den Dienst der Gemeinde Wien ein und wird Mitglied der neugegründeten Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich.

Wilhelm Kralik tritt als Beamter der Gemeinde Wien in den Ruhestand. Er verstirbt an Bauchspeicheldrüsenkrebs mit 72 Jahren und findet seine letzte Ruhestätte am Wiener Zentralfriedhof.

Orte

Wohnort:

Quellen

Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)

Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW)

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Wilhelm Kralik

Beamter
* 27. März 1888
Wien
† 19. März 1961
Wien
Entlassung, Haft