Leopold Segall

Personalia
Geboren:
Gestorben:
Beruf:
Verfolgung:
Haft 26.08.1942 - 28.04.1943,
Ermordet am 28.04.1943
Mitgliedschaften
Lebenslauf
Leopold Segall kommt in Wien als ehelicher Sohn des jüdischen Kaufmanns David Segall und Marie, geborene Skoumal, zur Welt. Seine Mutter war katholischen Glaubens und konvertierte vor Leopold Segalls Geburt zum mosaischen Glauben; Leopold Segall wird jüdischen Glaubens erzogen.
Nach dem Besuch der Volksschule wechselt Leopold Segall auf ein Gymnasium, bricht dies aber nach drei Klassen ab und arbeitet fortan als kaufmännischer Angestellter und Buchhalter. 1925 wird er Mitglied der sozialdemokratischen Gewerkschaft und 1931 tritt er der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP) [heute: Sozialdemokratische Partei Österreich (SPÖ)] bei. Er heiratet Klara Hoppe. Nach dem Verbot der sozialistischen Organisationen 1934 ist er politisch nicht mehr aktiv, tritt aber 1934 aus der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) aus.
Am 12. März 1938 muss der inzwischen zum Geschäftsführer einer Firma aufgestiegene Leopold Segall erleben, wie mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht, das freie und unabhängige Österreich untergeht. Mit der Besetzung Österreichs wird die deutsche Gesetzgebung übernommen und damit auch die ‘Nürnberger Rassengesetze’, nach denen er als ‘Mischling I. Grades’ gilt.
Im September 1940 wird Leopold Segall zur Wehrmacht eingezogen, jedoch nach kurzer Dienstzeit zum Zollgrenzschutz in Wien versetzt.
Im Mai 1942 wendet sich sein Bekannter August Luka, der in dem von ihm geleiteten Unternehmen bereits einige Hilfsarbeiterdienste verrichtet hat, an ihn, ob er ein Flugblatt des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ) vervielfältigen könne, da er es verteilen wolle. Leopold Segall willigt ein und produziert sechs Abzüge, wobei er den Text leicht verändert. Das Flugblatt hatte er über seine Bekannte, die Krankenpflegerin Magdalena Stojka erhalten.
Mit großem Geschrei kündigt Hitler eine neue Offensive an. Das bedeutet neue Blutopfer für unsere Jugend. Das bedeutet aber auch neue Opfer, neues Eldend für uns Arbeiter und Arbeiterinnen.
Arbeiter und Arbeiterinnen!
Denkt stats an dieses sinnlose Blutvergiessen, es ist das Blut Eurer Söhne, Väter, Brüder! Kämpft mit uns gegen Hitler! Er allein ist der Mörder unserer Jungend! Lasst Euch keine neuen Opfer aufbürden! Wir wollen unsere Jugend, unsere Väter und Brüder!
Arbeiter und Arbeiterinnen!
Sabotiert Hitlers Kriegsmaschinerie wo Ihr nur könnt! Arbeitet so langsam wir nur möglich! Jedes Stück weniger dient dem Frieden! Jedes Stück mehr verlängert den Krieg!
Es lebe die Freiheit!
Es lebe der internationale Völkerfriede!
Es lede das internationale Proletariat!
Es lebe der Führer der proletarischen Revolution!
Genosse Stalin!
Zentralkommitee der Kommunistischen Partei Österreichs!
August Luka, der in den 'Vereinigten Emailwerken Austria', die inzwischen ein Rüstungsbetrieb sind, arbeitet, verteilt dieses Flugblatt an Mitarbeiter des Betriebs. Er wird verraten und von der Gestapo verhaftet.
Am 26. August 1942 wird schließlich auch Leopold Segall als Mittäter verhaftet und bei einem Prozess vor dem Volksgerichtshof am 16. Februar 1943 gemeinsam mit August Luka wegen 'Vorbereitung zum Hochverrat' zum Tode verurteilt.
Die Urteile werden am 28. April 1943 im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee vollstreckt und Leopold Segall um 19:12 Uhr hingerichtet.

Orte
Wohnort:
Quellen
Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW)
Gedenkstätte Plötzensee unter www.gedenkstaette-ploetzensee.de
