Kuno Franz Josef Hoynigg

Photo von Kuno Hoynigg
Kuno Hoynigg
Bild: WStLA

Personalia

Geboren:

2. Oktober 1893, Wien

Gestorben:

13. Februar 1964, Wien

Beruf:

Angestellter

Verfolgung:

Haft 21.07.1944 - 02.09.1944,
KZ Dachau 02.09.1944 - 29.04.1945

KZ-Nummer:

98106

Mitgliedschaften

Reichsbund der Österreicher, Österreichische Volkspartei, ÖVP Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich

Lebenslauf

Kuno Franz Josef Hoynigg kommt in Wien als ehelicher Sohn des Buchhalters Franz Josef Hoynigg und seiner Gattin Lona, geborene Gaß, zur Welt. Nach der Volksschule besucht er das Stiftsgymnasium Kremsmünster, wo er 1912 maturiert. Danach inskribiert er Jus an der Universität Wien, bricht das Studium aber wieder ab und inskribiert an der Exportakadmie [heute: Wirtschaftsuniversität Wien]. Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges wird er eingezogen und bricht auch dieses Studium ab.

Mit der Niederlage Österreich-Ungarns, der Zerschlagung der Doppelmonarchie und der Vertreibung des Hauses Habsburg im Jahre 1918, kehrt Kuno Hoynigg als Oberleutnant zurück. Er stellt 1921 die 'Legion Österreich' zusammen; eine Gruppe, die bereit ist das frisch zu Österreich gekommen Burgenland im Falle einer ungarischen Eingriffs zu verteidigen. 1922 heiratet er Edith Winkelmann und wird Vater zweier Töchter und eines Sohnes.

Kuno Hoynigg arbeitet in den 1920er und 1930er Jahren als kaufmännischer Angestellter im Pressedienst der Kammer der tätigen Angestellten [heute: ein Teil der Wirtschaftskammer Österreich] und engagiert sich im legitimistischen Reichsbund der Österreicher und dem Eisernen Ring bei Oberst a.D. Wilhelm Freiherr von Reichlin-Meldegg. Als Kuno Hoynigg Präsident des Verbandes der pensionslosen Offiziere der Bukowina ist, kommt es zu einem Zerwürfnis mit den legitimistischen Organisationen, da ihm Veruntreuung vorgeworfen wird. Als Legitimist ist er ein strikter Gegner des Nationalsozialismus.

Am 12. März 1938 muss Kuno Hoynigg erleben, wir mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht, das freie und unabhängige Österreich untergeht. Er wird in die Handelskammer der Ostmark übernommen und ist im Außendienst für die Akquise neuer Abonnenten für die Zeitschrift 'Wirtschaft der Ostmark' zuständig. Durch den Außendienst kommt er mit vielen unterschiedlichen Personen zusammen und schafft es eine kleine Widerstandszelle aus Wirtschaftstreibenden aufzubauen. Diese scheint jedoch nicht sonderlich aktiv gewesen zu sein.

Am 27. Jänner 1944 befindet sich Kuno Hoynigg gerade auf einer Reise in Bischofshofen in Salzburg. In einem Geschäft kritisiert er öffentlich das nationalsozialistische Regime. Was er genau sagte, ist leider nicht erhalten geblieben. Kuno Hoynigg wird denunziert und noch am selben Tag von der Gendarmerie verhaftet. Am nächsten Tag wird er an die Gestapo in Salzburg überstellt und von dort am 2. September 1944 ohne Verhandlung in das KZ Dachau deportiert.

Karteikarte aus dem KZ Dachau von Kuno Hoynigg
Karteikarte aus dem KZ Dachau von Kuno Hoynigg
Bild: Arolsen Archives

Kuno Hoynigg wird am 29. April 1945 durch die 7. US-Armee im Konzentrationslager befreit und kehrt zurück in das inzwischen befreite Wien. Er tritt der neugegründeten Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei. Beruflich arbeitet er wieder in der Kammer für Handel, Gewerbe, Industrie, Geld- und Kreditwesen von Wien und Niederösterreich [heute: Wirtschaftskammer Wien].

Als Kammerangestellter geht Kuno Hoynigg in Pension und verstirbt in Wien mit 70 Jahren. Er findet seine letzte Ruhestätte am Friedhof in Wien-Grinzing.

Orte

Wohnort:

Verfolgung:

KZ Dachau (Deutschland)

Quellen

Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)

Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW)

Stenographisches Protokoll der 58. Sitzung des Nationalrates der Republik Österreich, Freitag, 14. Oktober 1921

Arolsen Archives

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Kuno Hoynigg

Angestellter
* 2. Oktober 1893
Wien
† 13. Februar 1964
Wien
Haft, KZ Dachau