Dr. Bernhard (Peter) Burgstaller OCist

Personalia
Ordensname:
Geboren:
Gestorben:
Beruf:
Verfolgung:
Haft 12.11.1940 - 01.11.1941,
Ermordet am 01.11.1941
Lebenslauf
Peter Burgstaller wird als eines von 12 Kindern der gläubigen Landwirte Thomas und Anna Burgstaller in Eidenberg in Oberösterreich geboren. Nach dem Besuch Volksschule in Eidenberg, wechselt er an das Stiftsgymnasium Wilhering. Nachdem dieses zu dieser Zeit nur eine Unterstufe hatte, wechselt er danach an das Staatsgymnasium Spittelwiese in Linz, wo er schließlich 1905 maturiert. Unmittelbar nach seiner Matura tritt er in dem Zisterzienserorden in Stift Wilhering ein und erhält den Ordensnamen Bernhard. 1906 legt er die zeitliche Profess ab und beginnt sein Theologiestudium am Augustinerchorherrenstift St. Florian. 1909 legt er seine Ewige Profess ab und wird, nach Absolvierung seines theologischen Studiums, am 1910 zum Priester geweiht.
Bernhard Burgstaller wird nach Wien geschickt um an der Universität Wien klassische Philologie zu studieren, da er später Lehrer am Stiftsgymnasium Wilhering werden sollte. Er promoviert 1915 und geht zurück ins Stiftsgymnasium Wilhering.
Dort erlebt er auch die Okkupation Österreichs durch das Dritte Reich am 12. März 1938. Bereits am 23. Juli 1938 entziehen die Nationalsozialisten den katholischen Privatschulen das Öffentlichkeitsrecht und schließen diese schließlich am 9. September 1938. Als unmittelbar danach der bisherige Abt des Zisterzienserstiftes Wilhering, Gabriel Fazeny, verstirbt, wird Bernhard Burgstaller am 29. November 1938 zum neuen Abt gewählt.
Im Zuge der Verhaftungswelle um die Widerstandsgruppe Großösterreichische Freiheitsbewegung um den Wiener Juristen Jakob Kastelic, welche durch Verrat aufgeflogen ist, werden sechs Mitbrüder von Bernhard Burgstaller verhaftet, die sich ebenfalls für Österreichs Freiheit einsetzten. Diese sind Sylvester Birngruber, Eduard Haiberg, Theoderich Hofstätter, Stephan Plohberger, Gebhard Rath und Amadeus Reisinger.
Über das Schicksal der verhafteten Patres herrscht Unklarheit, weshalb Abt Bernhard Burgstaller am 12. November 1940 nach Wien fährt, um Erkundigungen einzuholen und sich mit einem Rechtsanwalt zu besprechen. Gleich nach seiner Ankunft Am Westbahnhof wird er von zwei Gestapo-Mitarbeitern festgenommen. Er wird er Mitwisserschaft an der Großösterreichischen Freiheitsbewegung bezichtigt. Nachdem er drei Wochen in der Gestapozentrale am Morzinplatz festgehalten wird, überstellt man ihn in das Landesgericht I.
Seinen Glauben und seine Heimatliebe kann die Haft nicht brechen.
Noch nie war mir früher das Brevir so wertvoll wie jetzt, denn das vermittelt mir jetzt am besten die Verbindung mit den Mitbrüdern und dem Stift.
Am 8. Juli 1941 wird er in das Zivilgefängnis Anrath bei Krefeld bei Düsseldorf in Deutschland verlegt. Dort sind ebenfalls seine sechs Mitbrüder inhaftiert, die Mitglied der Großösterreichischen Freiheitsbewegung waren.
Die Mangelernährung und die Haftbedingungen hinterlassen bei Bernhard Burgstallter ihre spuren. Er ist sehr schwach, hat 36 kg Gewicht abgenommen und wiegt unter 40 kg. Am Morgen des 1. November 1941 findet ihn ein Wärter ohnmächtig. Um 10:30 Uhr verstirbt er an einem Schlaganfall, nachdem er die Krankensalbung erhalten hat.
Die Überführung des Leichnams nach Wilhering wird von Gauleiter August Eigruber nur gestattet, wenn nicht Ansehen und Propaganda
damit gemacht würde. Abt Bernhard Burgstaller wird in der Stiftskirche aufgebahrt und am 11. November 1931 in der Äbtegruft beigesetzt.
Quellen
- Mikrut, Jan (2000): Blutzeugen des Glaubens. Martyrologium des 20. Jahrhunderts. Band 2 (Wien), S. 71–83.
- Zisterzienserlexikon unter www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Burgstaller,_Bernhard
