Hofrat Dkfm. Dr. Guido Johann Raoul de Bialoruski

Personalia
Geboren:
Gestorben:
Beruf:
Verfolgung:
Entlassung 16.03.1938
Mitgliedschaften
Lebenslauf
Guido Johann Raoul de Bialoruski kommt in Louisenhof bei Wilhelmsburg in Niederösterreich als ehelicher Sohn des Finanzbeamten Ludwig de Bialoruski und Anna, geborene Reckendorfer, zur Welt. Nach der Volksschule besucht er das Kollegium Kalksburg. 1919 tritt er der Mittelschulverbindung Ostaricia Wien bei und maturiert 1923. Danach inskribert er an der Hochschule für Welthandel [heute: Wirtschaftsuniversität Wien] und tritt noch im gleichen Jahr der Studentenverbindung Marco-Danubia bei. 1927 spondiert er zum Diplomkaufmann und tritt in den Dienst der österreichischen Tabakregie.
Der überzeugte Österreicher tritt im Jahre 1928 dem österreichischen Heimatschutz bei. Im Jahre 1934 nimmt Guido de Bialoruski eine aktive Rolle im Kampf gegen den Nationalsozialismus ein und zeigt illegale Nationalsozialisten innerhalb der österreichischen Tabakregie an. Nach Auflösung des Heimatschutzes tritt er der Vaterländischen Front und den Schutzkorps bei. Als solcher ist er bereit, mit der Waffe, Österreich am Abend des Einmarsches der deutschen Wehrmacht am 11. März 1938 zu verteidigen.
Nach der Radioansprache von Kanzler Kurt von Schuschnigg muss er erleben, wie das freie und unabhängige Österreich untergeht. Bereits am 16. März 1938 wird er vom Dienst suspendiert und mit 1. Juli 1939 durch Zwangspensionierung entlassen. Am 11. Mai 1940 wird er zur Wehrmacht einberufen. 1943 promoviert er an der Hochschule für Welthandel und heiratet 1944. Als Feldwebel erlebt er die Befreiung Österreichs im Mai 1945.
Nach der Wiedererrichtung der Republik Österreich wird er rehabilitiert und tritt wieder seinen Dienst in der österreichischen Tabakregie an. Er tritt der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei und wird in der folge Mitglied weiterer Mittelschulverbindungen.
Als Beamter geht er schließlich in den Ruhestand und verstirbt mit 85 Jahren. Er findet seine letzte Ruhestätte am Friedhof in Wien-Dornbach.
Orte
Wohnort:
Quellen
Österreichisches Staatsarchiv (ÖStA)
Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)
Archiv der K.a.V. Marco-Danubia im ÖCV
Matricula Online
Friedhöfe Wien - Verstorbenensuche
