Hugo Otto Kosch

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Hugo Kosch
Bild: DÖW

Personalia

Geboren:

10. März 1903

Gestorben:

10. Oktober 1985

Beruf:

Kaufmann

Verfolgung:

Haft 14.01.1938,
Haft 23.01.1939 - 12.03.1939,
Haft 01.12.1939 - 16.08.1940

Ehrungen:

Ehrenzeichen für Verdienste um die Befreiung Österreichs

Mitgliedschaften

K.Ö.M.L. Tegetthoff Wien, K.Ö.L. Starhemberg Wien, K.Ö.L. Maximiliana Wien, K.Ö.L. Habsburg-Lothringen, Gruppe Hebra, Österreichische Freiheitsbewegung – Gruppe Eder, Österreichische Volkspartei, ÖVP Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich

Lebenslauf

Hugo Otto Kosch kommt in Wien als ehelicher Sohn des Silberarbeiters Franz Johann Kosch und seiner Gattin Klara, geborene Franzl, zur Welt. Nach der Volksschule und der Unterstufe besucht er das Technische Gewerbemuseum (TGM) in Wien. Bereits 1921 beteiligt er sich am Restaurationsversuch Kaiser Karls in Ungarn und wird wegen seiner monarchistischen Betätigung für drei Monate inhaftiert. Im Jahr 1923 gehört er zu den Mitbegründern der Studentenverbindung Habsburg-Lothringen. Später ist er auch Mitglied der Mittelschulverbindung Tegetthoff sowie der Studentenverbindungen Starhemberg und Maximiliana.

Am 1. August 1926 heiratet Hugo Kosch Hilde Marie Margarete Heide, eine am 15. Juli 1911 in Wien geborene Kontoristin. Aus dieser Ehe geht die am 26. Februar 1928 in Wien geborene Tochter Gertrud Marie Magdalena Kosch hervor. Die Ehe wird zunächst „von Tisch und Bett“ geschieden; ihre vollständige Auflösung wird am 18. Februar 1939 rechtskräftig.

Nach 1933 engagiert sich Hugo Kosch in der Vaterländischen Front und im Österreichischen Sturmkorps. [Anm.: Eine paramilitärische Organisation innerhalb der Vaterländischen Front.]

In der Nacht vor dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht am 11. März 1938 ist er bewaffnet zum Schutz öffentlicher Gebäude eingesetzt. Nach der Radioansprache von Bundeskanzler Kurt von Schuschnigg gehen sie zurück in das Haus der Vaterländischen Front in Am Hof 3, im 1. Wiener Gemeindebezirk. Dort werden er und seine Kameraden von Angehörigen der Polizei und der SS entwaffnet und festgehalten. Noch in derselben Nacht gelingt ihm die Flucht.

Am 12. März 1938 erlebt Hugo Kosch mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht den Untergang des freien und unabhängigen Österreichs. Bereits am 14. März 1938 wird er in seiner Wohnung von der Polizei festgenommen. Vor seiner Überstellung in das Gefängnis in der Hermanngasse kann er abermals entkommen. Rund zwei Monate hält er sich bei Gesinnungsfreunden verborgen und entzieht sich dadurch dem Zugriff der nationalsozialistischen Behörden.

Am 16. August 1938 muss Hugo Kosch bei der Gestapo erscheinen. Er wird einem stundenlangen Verhör unterzogen, anschließend aber wieder entlassen und unter polizeiliche Überwachung gestellt.

Am 23. Jänner 1939 wird Kosch neuerlich zur Gestapo vorgeladen und wegen angeblicher 'staatsfeindlicher Betätigung' festgehalten. Erst am 12. März 1939 kommt er gegen einen schriftlichen Revers frei, mit dem er sich verpflichten muss, sich künftig 'jeder Betätigung zu enthalten'. Ungeachtet dieser Verpflichtung setzt er seinen Widerstand fort und organisiert gemeinsam mit Gleichgesinnten eine neue Bewegung mit dem Namen 'Freies Österreich'. [Anm.: Nicht zu verwechseln mit der Widerstandsgruppe 'Freies Österreich - Gruppe Karl Gruber'.]

Hugo Kosch gehört außerdem der legitimistisch-österreichischen Gruppe Hebra um Wilhelm von Hebra an. Nach der Trennung Josef Eders von Wilhelm von Hebra arbeitet er auch in der Österreichischen Freiheitsbewegung – Gruppe Eder mit. Die Gruppe tritt für die Wiederherstellung eines freien und unabhängigen Österreichs ein und organisiert unter anderem die Herstellung und Verbreitung von Flugschriften. Am 23. Februar 1939 heiratet er ein zweites Mal, aber auch diese Ehe scheitert.

Am 1. Dezember 1939 nimmt die Gestapo Hugo Kosch neuerlich fest. Am 10. Februar 1940 erfolgt seine Überstellung in das Landesgericht Wien I. Ihm wird das 'Verbrechen der Vorbereitung zum Hochverrat' zur Last gelegt. Aufgrund der brutalen Verhöre erleidet er zu Ostern 1940 einem schweren Nervenzusammenbruch und begeht einem Suizidversuch. Er wird daraufhin in das Inquisitenspital des Landesgerichtes überstellt.

Da ihm die ihm vorgeworfene hochverräterische Tätigkeit nicht nachgewiesen werden kann und sich sein Gesundheitszustand erheblich verschlechtert, wird Hugo Kosch schließlich am 16. August 1940 aus der Haft entlassen. Danach arbeitet er wieder als Kaufmann in Wien. Am 10. Oktober 1942 geht er mit Margarethe Wietek eine dritte Ehe ein.

In Wien erlebt Hugo Kosch im April bzw. Mai 1945 die Befreiung Österreichs und die Wiedererrichtung der Republik. Er tritt der neugegründeten Österreichischen Volkspartei (ÖVP), dem Wirtschaftsbund (WB) und der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei. Er wirkt als Fürsorgerat der Stadt Wien und als Pressereferent des Wirtschaftsbundes in Wien-Meidling.

Hugo Kosch verstirbt mit 82 Jahren und findet seine letzte Ruhestätte am Friedhof in Wien-Meidling.

Orte

Wohnort:

Quellen

Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)

Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW)

Fritz, Herbert/Krause, Peter (2013): Farbe tragen, Farbe bekennen 1938–45. Katholisch Korporierte in Widerstand und Verfolgung. (ÖVfStg, 2013) S. 382.

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Hugo Kosch

Kaufmann
* 10. März 1903
† 10. Oktober 1985
Haft