Karl Huber

Personalia
Geboren:
Gestorben:
Beruf:
Verfolgung:
Haft 23.07.1940 - 01.05.1945
Mitgliedschaften
Lebenslauf
Karl Huber kommt in Wien als ehelicher Sohn des Hilfsarbeiters Heinrich Huber und seiner Gattin Maria, geborene Luckner, zur Welt. Nach der Pflichtschule absolviert er eine Schuhmacherlehre und geht im Anschluss auf die Walz [Anm.: Wanderschaft junger Handwerksgesellen]. Zwischen 1923 und 1925 dient er bei einem Infanterieregiment. Zwischen 1925 und 1927 ist er arbeitslos, bevor er dem Wiener Heimatschutz beitritt. 1928 kommt seine uneheliche Tochter Edith Sochovsky zur Welt; mit der Kindesmutter bleibt er jedoch nicht dauerhaft liiert.
1933 tritt der in das Heimtschutzkorps ein, einer Hilfspolizei, die der Polizei unterstellt ist und wird dort Zugkommandant. Bei den sozialistischen Februaraufständen wird er durch drei Schüsse in die Beckengegend so schwer verletzt, dass er zwei Jahre auf Krücken gehen muss. Ein weiterer Schuss verletzt ihn am Kopf. 1937 heiratet er Maria Heger, die Ehe bleibt jedoch kinderlos. Sein Trauzeuge ist der Leiter der Wiener Heimwehr und spätere Innenminister und Vizekanzler Emil Fey.
Der patriotische Österreicher muss am 12. März 1938 erleben, wie mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht, das freie und unabhängige Österreich untergeht. Er findet Arbeit als Bürodiener bei der Firma Schreib- und Rechenmaschinen Spitz-Sinnek im 4. Wiener Gemeindebezirk.
Anfang Juni 1940 kauft Hans Ferdinand Zimmerl eine Schreibmaschine für die Widerstandsgruppe Österreichische Freiheitsbewegung um den Augustiner Chorherrn Roman Karl Scholz. Hans Ferdinand Zimmerl erzählt Karl Huber von der Existenz der Österreichischen Freiheitsbewegung und lädt ihn ein, sich der Widerstandsgruppe anzuschließen. Nach Karl Hubers Einwilligung treffen sie sich wenige Tage später mit Roman Karl Scholz und Karl Huber sagt zu, weitere ehemalige Mitglieder des Wiener Heimatschutzes für die Österreichische Freiheitsbewegung zu werben. Es folgen weitere Treffen mit Roman Karl Scholz, an denen teilweise auch der Gestapo-Spitzel Otto Hartmann teilnimmt.
Ab Juli 1940 werden gut 300 Personen dieser Widerstandsgruppen vom Burgschauspieler Otto Hartmann verraten (Otto Hartmann wird in der Folge 1947 zu lebenslanger Haft verurteilt und 1957 begnadigt) und Karl Huber am 23. Juli 1940 verhaftet. In einem Prozess vor dem Volksgerichtshof am 24. und 25. Februar 1944 wird er wegen 'Vorbereitung zum Hochverrat' zu 10 Jahren Zuchthaus verurteilt. Er verbüßt die Haft im Zuchthaus Straubing.
Karl Huber kommt am 1. Mai 1945 aus der Haft frei und erlebt die Befreiung Österreichs und die Wiedererrichtung der Republik. Er kehrt nach Wien zurück und tritt der neugegründeten Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei. Er eröffnet in weiterer Folge eine Trafik.
Karl Huber verstirbt mit 59 Jahren und findet seine letzte Ruhestätte am Friedhof in Wien-Kagran.
Orte
Wohnort:
Quellen
Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)
Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW)
Matricula Online
Friedhöfe Wien - Verstorbenensuche
