Johann (Hans) Leinkauf

Personalia
Geboren:
Gestorben:
Beruf:
Verfolgung:
Haft 19.5.1943 - 25.4.1945
Mitgliedschaften
Lebenslauf
Johann 'Hans' Leinkauf kommt in Wien als ehelicher Sohn des Musiklehrers Gustav Leinkauf und seiner Gattin Anna Elisabeth, geborene Foglianti, zur Welt.
Nach dem Besuch der Volks- und Bürgerschule erlernt Leinkauf das Uhrmacherhandwerk und arbeitet nach dem bisherigen Forschungsstand bis 1929 in diesem Beruf. Ab 1928 engagiert er sich im Heimatschutz; außerdem tritt er als Redner für das Österreichische Jungvolk auf und gehört der Vaterländischen Front an.
Am 21. November 1937 heiratet Johann Leinkauf Hermine Neudorf. Die Ehe wird am 3. Juni 1943 geschieden
Am 12. März 1938 erlebt Hans Leinkauf mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht den Untergang des freien und unabhängigen Österreichs. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme arbeitet er als Verkäufer und Lagerist.
Im Sommer 1942 stößt er über Karl Karasek zurAntifaschistischen Freiheitsbewegung Österreichs (AFÖ) um Karl Wanner (auch Lamberti-Runde genannt), welche sich im Gasthaus des Gastwirten Franz Lambert [heute Pürstner] trifft. Als entschiedener Gegner des Nationalsozialismus und überzeugter Österreicher möchte er anti-nationalsozialistisch gesinnte Personen sammeln, um im Zeitpunkt des Niedergangs des Dritten Reiches bereit zu stehen.
Hans Leinkauf wird am 19. Mai 1943 von der Gestapo festgenommen und am 15. August 1944 vom Volksgerichtshof in Wien wegen 'unterlassener Verbrechensanzeige' in Bezug auf 'Vorbereitung zum Hochverrat' zu 3 Jahren Zuchthaus verurteilt. In der Haft heiratet er, nur sechs Tage nach seiner Scheidung, am 9. Juni 1943 Gertrud Anna Barta. Er befindet sich bis 25. April 1945 in Haft.
In Freiheit erlebt Hans Leinkauf die Befreiung Österreichs und die Wiedererrichtung der Republik im April bzw. Mai 1945. Nach dem Krieg betreibt er eine Trafik und engagiert sich in der Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der ÖVP-Kameradschadft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich.
Innerhalb der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich steigt Leinkauf zu einem der wichtigsten Funktionäre auf. Von 1963 bis zu seinem Tod 1974 ist er Bundesobmann der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich. Daneben ist er Bezirksparteiobmann der Österreichischen Volkspartei Hernals und Landesparteisekretär der Österreichischen Volkspartei Wien.
Von 1954 bis 1973 gehört Hans Leinkauf dem Wiener Gemeinderat und Landtag an. In dieser Funktion beschäftigt er sich nicht nur mit Parteiarbeit, sondern auch mit Angelegenheiten der Verfolgten- und Restitutionspolitik.
Die Gründung des Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW) wird von Vertretern der drei großen Opferverbände mitgetragen; Leinkauf gehört als Repräsentant der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich zu diesem überparteilichen Umfeld und dient als Vorstandsmitglied.
Er verstirbt mit 64 Jahren in Wien und findet seine letzte Ruhestätte im Familiengrab am Friedhof in Wien-Dornbach.
Quellen
Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)
Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW)
Archiv der ÖVP Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich
