Josef Damisch

Personalia

Geboren:

13. Mai 1902, Rudolfswert

Gestorben:

11. Mai 1970, Wien

Beruf:

Regie-Assistent, Regisseur und Filmfachmann

Verfolgung:

Haft 09.03.1943 - 15.07.1943,
KZ Dachau 15.07.1943 - 18.09.1944,
Haft 18.09.1944 - 27.04.1945

KZ-Nummer:

48503

Mitgliedschaften

ÖVP Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich

Lebenslauf

Josef Damisch kommt in Rudolfswert [heute: Novo mesto in Solwenien] als ehelicher Sohn des gleichnamigen Josef Damisch und Maria, geborene Zhesen, zur Welt. Seine Schulbildung absolviert er ausschließlich in deutschsprachigen Schulen. Nach dem Untergang der österreich-ungarischen Doppelmonarchie wird er jugoslawischer Staatsbürger, identifiziert sich jedoch weiterhin mit Österreich.

Arbeitsbedingt ziehen seine Eltern mit ihm 1922 nach Belgrad. Josef Damisch wird Impresario [Anm.: künstlerischer Leiter und Geschäftsführer eines Theaters] und arbeitet als Regie-Assistent, Regisseur und Filmfachmann. Neben seinem Lebensmittelpunkt in Belgrad unterhält er auch eine Wohnung in Wien. Dem Nationalsozialismus steht der überzeugte Österreicher ablehnend gegenüber. Er weigert sich der Aufforderung der deutschen Behörden, dem Deutschen Kulturbund beizutreten. Er heiratet Emilie Weranitsch, die Ehe bleibt jedoch kinderlos.

In den Jahren 1937 und 1938 publiziert Josef Damisch in der Zeitschrift Jugoslavenska privreda die Artikel 'Ist die österreichische Filmproduktion lebensfähig?' und 'Wie es kommen musste' in denen er die Lebensfähigkeit des österreichischen Films hervorhebt und die Liquidierung aller selbständigen Filmunternehmen nach der Besetzung Österreichs durch das Dritte Reich kritisiert.

In Belgrad erlebt Josef Damisch den Ausbruch des II. Weltkrieges mit dem Angriffskrieg Hitler-Deutschlands auf Polen. Im Rahmen des Balkanfeldzuges 1941 wird Belgrad am 12. April 1941 von deutschen Truppen eingenommen. Am 9. März 1943 wird er, aufgrund seiner anti-nationalsozialistischen Tätigkeiten, von der Gestapo verhaftet und in Belgrad festgehalten. Am 15. Juli 1943 wird er in das KZ Dachau deportiert. Von dort erfolgt die Überstellung am 18. September 1944 nach Berlin, wo ihm der Prozess gemacht werden soll. Zu einem Prozess kommt es aufgrund des Kriegsendes nicht mehr. Am Tag der Ausrufung der II. Republik Österreich, am 27. April 1945, wird er von russischen Truppen in Berlin befreit.

Nach der Befreiung Österreichs zieht er mit seiner Ehefrau nach Wien und nimmt die österreichische Staatsbürgerschaft an. Er tritt der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei und arbeitet als Kaufmann.

In Wien geht Josef Damisch in Pension und verstirbt zwei Tage vor seinem 68. Geburtstag. Er findet seine letzte Ruhestätte am Friedhof in Wien-Baumgarten.

Orte

Wohnort:

Verfolgung:

KZ Dachau (Deutschland)

Quellen

Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)

Matricula Online

Friedhöfe Wien - Verstorbenensuche

Josef Damisch

Regie-Assistent, Regisseur und Filmfachmann
* 13. Mai 1902
Rudolfswert
† 11. Mai 1970
Wien
Haft, KZ Dachau