Univ.-Prof. Dr. Ernst Kolb

Personalia
Geboren:
Gestorben:
Beruf:
Verfolgung:
Entlassung 1943,
Gauverbot 1943
Ehrungen:
Goldenes Ehrenzeichen des Landes Vorarlberg
Großes Goldenes Ehrenzeichen am Bande für Verdienste um die Republik Österreich
Mitgliedschaften
Lebenslauf
Ernst Kolb kommt in Lauterach in Vorarlberg als ehelicher Sohn des Schuldirektors Josef Kolb und seiner Gattin Paula, geborene Müller, zur Welt. Nach dem Besuch der Volksschule in Lauterach geht er auf das Zisterziensergymnasium Mehrerau, das er mit der Matura am 24. Juni 1931 abschließt. Danach studiert er einige Semester Theologie in Brixen und dann Philosophie sowie Rechts- und Staatswissenschaften an der Universität Innsbruck, wo er am 19. Dezember 1936 promoviert wird.
Nach dem Studium heiratet er Irma König und wird in weiterer Folge Vater zweier Töchter, eines Sohnes und eines Adoptivsohnes. 1937 wird Ernst Kolb Lehrer an der Staatsgewerbeschule Bregenz und im gleichen Jahr Sekretär des Vorarlberger Gewerbeverbandes.
Am 12. März 1938 erlebt der gläubige Katholik und patriotische Österreicher, wie mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht das freie und unabhängige Österreich untergeht. 1943 wird Ernst Kolb aus politischen Gründen entlassen und ein Gauverbot gegen ihn verhängt. Er übt nun verschiedene kaufmännische Tätigkeiten aus, unter anderem in der Schweiz und bei einer Molkerei in Sonthofen im Allgäu in Bayern. Gegen Kriegsende wird er einberufen und kommt zu einer Artillerieeinheit.
Als Wehrmachtssoldat erlebt Ernst Kolb die Befreiung Österreichs und die Wiedererrichtung der Republik im April bzw. Mai 1945. Heimgekehrt tritt er der neugegründeten Österreichischen Volkspartei (ÖVP) bei, leitet zwischen 1945 und 1946 die Rathauskanzlei in Bregenz und ist bis 1946 als provisorischer Kammeramtsdirektor der Vorarlberger Handelskammer und im Landeswirtschaftsamt tätig. Ab dem Sommer 1946 ist er Geschäftsführer der Sektion Handel der Handelskammer Wien und anschließend der Bundeswirtschaftskammer. Von 19. Dezember 1945 bis zum 8. November 1949 ist er Abgeordneter zum österreichischen Nationalrat und vom 8. November 1949 bis zum 29. Oktober 1959 Mitglied des Bundesrates.
In der Regierung von Bundeskanzler Leopold Figl ist Ernst Kolb von 18. Februar 1948 bis zum 23. Jänner 1952 Minister für Handel und Wiederaufbau. 1951 erreicht er die Anerkennung des Handelsvertrages von 1928 durch die Vereinigten Staaten von Amerika, was einen Großteil der Versorgung Österreichs mit Bedarfsgütern ermöglicht und den Grundstein für den Wiederaufbau des Landes legt. Am 23. Jänner 1952 wechselt er das Ministerium und ist bis 31. Oktober 1954 Unterrichtsminister. In dieser Zeit macht er die Entscheidung seiner Vorgänger Ernst Fischer und Felix Hurdes teilweise rückgängig: Das Schulfach 'Unterrichtssprache' wird in 'Deutsche Unterrichtssprache' umbenannt. In dieser Zeit wird auch der Wiederaufbau der Wiener Staatsoper vorangetrieben. 1952 wird er Mitglied der Studentenverbindung Rudolfina und von Kardinal-Großmeister Nicola Kardinal Canali zum Komtur mit Stern des Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem - Statthalterei Österreich (OESSH) ernannt. 1954 geht er wieder nach Bregenz und ist bis 1959 Landesstatthalter von Vorarlberg und für die Ressorts Gesetzgebung, Polizei, Innere Angelegenheiten, Kirchliche Angelegenheiten und Kultur zuständig. 1955 wird er Mitglied der Studentenverbindung Carolina.
1959 wird Ernst Kolb ohne Habilitation zum ordentlichen Universitätsprofessor für Staats- und Verwaltungsrecht an der Universität Innsbruck berufen. Im Studienjahr 1961/62 steht er als Dekan der Rechtswissenschaftlichen Fakultät vor und wird für Studienjahr 1967/68 zum Rektor gewählt. In dieser Zeit ist er auch als Syndikus der Bundeskammer der gewerblichen Wirtschaft tätig. 1974 wird er zum Präsidenten des Österreichischen Katholikentages in Wien berufen und 1978 zum Leitenden Komtur der Komturei Bregenz des Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem - Statthalterei Österreich (OESSH) ernannt.
Noch im Jahr seiner Ernennung zum Leitenden Komtur der Komturei Bregenz des Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem - Statthalterei Österreich (OESSH) verstirbt er mit 66 Jahren an einer Viruserkrankung und findet seine letzte Ruhestätte am Friedhof der Pfarre St. Gallus in Bregenz.
Orte
Wohnort:
Quellen
Wikipedia unter de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Kolb
Unser Land Vorarlberg unter vorarlberg.at/web/landtag/-/kolb-ernst-dr-jur
Mitgliederverzeichnis ÖCV
