Josef Mair
Personalia
Geboren:
Gestorben:
Beruf:
Verfolgung:
Haft 25.04.1939 – 18.10.1939
Mitgliedschaften
Lebenslauf
Josef Mair kommt am 27. Jänner 1880 in St. Gotthard im Mühlkreis als ehelicher Sohn des Grubbesitzers Kaspar Mair und seiner Gattin Anna, geborene Reiter, zur Welt. Nach der Schulbildung arbeitet er als Lagerhausarbeiter beziehungsweise Hilfsarbeiter.
Am 9. Mai 1923 heiratet er die am 14. Jänner 1898 in Amstetten geborene Hebamme Anna Proyer. Das Ehepaar bleibt kinderlos und lebt ab 1929 in Steinakirchen am Forst im Haus Nr. 67, dem sogenannten 'Reichhaus'. Josef und Anna Mair stehen dem Nationalsozialismus ablehnend gegenüber.
Am 12. März 1938 erlebt Josef Mair, wie mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht das freie und unabhängige Österreich untergeht. Während einer Verdunkelungsübung kommen am 24. April 1939 im Haus des Ehepaares Mair Josef und Anna Mair, Kaplan Anton Burger und der mit ihnen befreundete Student Franz Eder zusammen. Im Verlauf des Gesprächs äußern sie sich ablehnend über das nationalsozialistische Regime. Dabei sprechen sie unter anderem über die politische Beeinflussung der Jugend, die Stellung der NSDAP und die Möglichkeit eines Krieges beziehungsweise eines späteren Zusammenbruchs des Regimes.
Das Gespräch wird von zwei Angehörigen der Hitlerjugend und zwei SA-Männern belauscht. Sie denunzieren die Anwesenden bei der Gestapo. Bereits am folgenden Tag, dem 25. April 1939, verhaftet die Gestapo Josef und Anna Mair, Kaplan Anton Burger und Franz Eder.
Josef Mair wird zunächst in das Polizeigefangenenhaus St. Pölten eingeliefert. Vom 26. April bis zum 19. Mai 1939 befindet er sich dort in Haft. Am 19. Mai 1939 überstellt man ihn in das Gefangenenhaus des Landesgerichtes St. Pölten.
Das Landesgericht St. Pölten verhängt über Josef Mair die Untersuchungshaft. Im Haftbefehl wird ihm vorgeworfen, bei der Zusammenkunft vom 24. April 1939 ein 'hochverräterisches Unternehmen, gerichtet auf Herstellung oder Aufrechterhaltung eines organisatorischen Zusammenhaltes' vorbereitet zu haben.
Josef Mair bleibt bis zum 18. Oktober 1939 im Gefangenenhaus des Landesgerichtes St. Pölten. Da ihm eine strafbare Handlung nicht nachgewiesen werden kann, wird das Verfahren eingestellt.
Mit seiner Entlassung endet die Verfolgung des Ehepaares Mair nicht. Während Anna Mair ihren Beruf als Hebamme zeitweise nicht ausüben darf und später zwangsweise außerhalb Steinakirchens eingesetzt wird, greifen die nationalsozialistischen Behörden auch in die gemeinsamen Wohnverhältnisse ein.
Am 1. November 1941 kündigt die Hauseigentümerin unter dem Druck der Behörden die Wohnung des Ehepaares. Am 17. November 1941 beschlagnahmt die NSDAP-Kreisleitung Scheibbs die aus einem Zimmer, einer Küche und einem Vorraum bestehende Wohnung im Haus Steinakirchen am Forst Nr. 67 [heute: Kreuzergasse 1]. Josef und Anna Mair verlieren damit ihr bisheriges Zuhause.
Im April bzw. Mai 1945 erlebt Josef Mair die Befreiung Österreichs und die Wiedererrichtung der Republik. Nach Kriegsende kehrt das Ehepaar nach Steinakirchen am Forst zurück. Anna Mair nimmt dort ihre Tätigkeit als Hebamme wieder auf, Josef Mair arbeitet wieder als Hilfsarbeiter. Er tritt der neugegründeten Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei.
Josef Mair geht in Steinakirchen am Forst in Pension und verstirbt am 1. Juni 1952 im Alter von 72 Jahren in Steinakirchen am Forst.
Orte
Wohnort:
Quellen
Landesarchiv NÖ
Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW)
Gemeinde Steinakirchen am Forst
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