Karl Lambert Hieß (auch: Hiess)
Personalia
Geboren:
Gestorben:
Beruf:
Verfolgung:
Haft 12.01.1939 - 04.03.1939,
KZ Dachau 04.03.1939 - 27.09.1939,
KZ Mauthausen 27.09.1939 - 12.01.1940,
Ermordet am 12.01.1940
KZ-Nummer:
Lebenslauf
Karl Hieß [auch: Hiess geschrieben] kommt in Wien als ehelicher Sohn des Trödlers Karl Hieß und seiner Gattin Barbara, geborene Sachslehner, zur Welt. Über Karl Hieß ist sehr wenig erhalten geblieben. Er heiratet 1922 Anna Kastel und arbeitet als Handelsangestellter. Ab 1935 engagiert er sich in der Frontmiliz.
Die Frontmiliz ist eine paramilitärische Organisation, die 1935 aus dem Zusammenschluss verschiedener Wehrverbände, wie beispielsweise dem Wiener Heimatschutz, dem Freiwilligen Schutzkoprs und anderer entstand. Ursprünglich ist sie Teil der Vaterländischen Front, wird aber 1936 dem Bundesministerium für Landesverteidigung unterstellt. Als Verteidiger des Bundesstaates Österreichs geht die Frontmiliz aktiv gegen Nationalsozialisten in Österreich vor. Er kann davon ausgegangen werden, dass Karl Hieß auf Seiten der Frontmiliz aktiv in diese Abwehrkämpfe involviert war.
Am 12. März 1938 muss Karl Hieß erleben, wie mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht das freie und unabhängige Österreich untergeht. Aufgrund seiner Aktivitäten in der Frontmiliz wird er am 12. Jänner 1939 von der Gestapo verhaftet und am 4. März 1939 in das KZ Dachau deportiert. Nachdem das KZ Dachau aufgrund des Überfalls Hitler-Deutschlands auf Polen am 1. September 1939 für die SS geräumt wird, erfolgt die Überstellung von Karl Hieß am 27. September 1939 in das KZ Mauthausen. Dort wird er am 12. Jänner 1940, zwei Jahre nach seiner Verhaftung, ermordet. Seine sterblichen Überreste werden nach Wien überführt und am Friedhof in Wien-Simmering beigesetzt.
Seine Ehefrau Anna Hieß erlebt die Befreiung Österreichs und die Wiedererrichtung der Republik im April bzw. Mai 1945. Sie tritt der neugegründeten Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei.

Quellen
Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)
Arolsen Archives
Matricula Online
Friedhöfe Wien - Verstorbenensuche
