Dr. Ludwig Altmann

Personalia
Geboren:
Gestorben:
Beruf:
Verfolgung:
Entlassung 04.07.1938,
Haft 25.05.1940 - 18.06.1940
Mitgliedschaften
Lebenslauf
Ludwig Altmann wird in Wien als Sohn des jüdischen Kaufmanns Emil Altmann und seiner katholischen Ehefrau Josefine geboren. Er wird katholisch erzogen. Nach der Volksschule besucht er das Gymnasium Kundmanngasse im 3. Wiener Gemeindebezirk, wo er 1924 maturiert. Im gleichen Jahr inskribiert er Jus an der Universität Wien und promoviert 1929. Er heiratet und wird im Jahre 1943 Vater einer Tochter.
Nach seiner Gerichtspraxis und Arbeitserfahrungen bei Wiener Rechtsanwaltskanzleien beginnt er 1935 im Wiener Magistrat zu arbeiten. Am 12. März 1938 erlebt Ludwig Altmann wie mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht das freie und unabhängige Österreich untergeht. Mit der Besetzung Österreichs wird die deutsche Gesetzgebung übernommen und damit auch die ‘Nürnberger Rassengesetze’, nach denen Ludwig Altmann als ‘Halbjude’ oder ‘Mischling I. Grades’ gilt.
Als ‘Mischling I. Grades’ wird Ludwig Altmann am 4. Juli 1938 vom Dienst enthoben und mit 1. September 1939 durch Zwangspensionierung entlassen. Danach ist er vorerst arbeitslos. Am 25. Mai 1940 wird er von der Gestapo wegen des ‘Verdachts der staatsfeindlichen Tätigkeit’ verhaftet. Der genaue Grund ist leider nicht erhalten. Am 18. Juni 1940 wird er wieder aus der Haft entlassen. Danach wird er von der Familie Lerch [ Anm: Firma Lerch & Co am Neubaugürtel 24 in 1070 Wien], mit denen er gut befreundet ist, unentgeltlich angestellt, um einer Einberufung zur Wehrmacht oder einer Dienstverpflichtung in Nord- oder Westdeutschland zu entgehen.
Später schlägt er sich als Chauffeur und kaufmännischer Angestellter durch, ist aber immer wieder mit Phasen der Arbeitslosigkeit konfrontiert.
Im Mai 1945 erlebt er die Kapitulation des Dritten Reiches und die Befreiung Österreichs. Am 1. September 1945 wird er rehabilitiert und beginnt im Bundesministerium für Inneres zu arbeiten. 1946 wechselt er als Polizeijurist in die Bundespolizeidirektion Wien. Nach 1948 engagiert er sich in der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich.
Als Beamter der Bundespolizeidirektion Wien erlebt er die Ruhestandsversetzung. Er verstirbt mit 85 Jahren in Wien und findet seine letzte Ruhestätte am Wiener Zentralfriedhof.
Orte
Wohnort:
Quellen
Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)
Österreichisches Staatsarchiv (ÖStA)
Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW)
Archiv der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich (KPV)
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