Alexander Willibald Friedrich Maria Bormann

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Alexander Bormann (WStLA)

Personalia

Geboren:

24. September 1896, Wien

Gestorben:

20. Oktober 1963, Wien

Beruf:

Zeitungsausträger

Verfolgung:

Haft 02.12.1942 - 07.05.1945

Mitgliedschaften

Kommunistische Partei Österreichs, ÖVP Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich

Lebenslauf

Alexander Willibald Friedrich Maria Bormann kommt in Wien als ehelicher Sohn des evangelischen Ingenieurs Friedrich Bormann und Helene, geborene Hruby, zu Welt. Über seine Kindheit und Jugend ist nichts erhalten.

In den 1930ern arbeitet er als Zeitungsausträger und tritt 1934 der damals bereits illegalen Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ) bei. Aufgrund seiner Tätigkeit in der KPÖ wird er von 20. Mai 1934 bis 10. Juni 1934 in einem Anhaltelager bei Korneuburg interniert.

Am 12. März 1938 muss Alexander Bormann erleben, wie das freie und unabhängige Österreich durch den Einmarsch der deutschen Wehrmacht untergeht. Der Gegner des Nationalsozialismus arbeitet auch nach der Besetzung Österreichs als Zeitungsausträger. Er ist Stammgast des Gasthaus Josef Regner, welches sich in seinem Wohnhaus befindet. Öfters kritisiert er dort das nationalsozialistische Regime. Kurz nach dem 13. März 1942 erklärt er mit Bezug auf eine Rede von Josef Goebbels in Wien, in der dieser ein Zusammenhalten forderte, dass sich Goebbels nur lächerlich mache.

Im Juni 1942 erklärt er in einer Straßenbahn gegenüber einem Schankgehilfen, dass der Krieg verloren sei.

Ich sage Ihnen hundertprozentig, dass wir diesen Krieg verlieren werden, weil wir verhungern, da die Lebensmittel schon zu knapp zugewiesen sind.

Alexander Bormann gegenüber dem Schankgehilfen Georg Deimel im Juni 1942

Alexander Bormann wird bei der Gestapo angezeigt und am 2. Dezember 1942 verhaftet. Am 10. September 1943 wird er in das Zuchthaus Stein an der Donau gebracht. In einem Prozess vor dem Sondergericht in Wien am 24. Juli 1944 wird er wegen ‘Zersetzung der deutschen Wehrmacht’ und ‘Zersetzung der Wehrkraft des deutschen Volkes’ zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Sein Hab und Gut wird zwischenzeitig eingelagert und geht durch Kriegshandlungen und Plünderungen im April 1945 verlustig.

Im Zuchthaus Stein ist Alexander Bormann Überlebender des Massakers vom 6. April 1945, wird am 8. April 1945 über Passau in das Zuchthaus München-Stadelheim gebracht und dort von amerikanischen Truppen am 7. Mai 1945 befreit.

Nachdem er in München wieder zu Kräften gefunden hat, kehrt er zurück in das befreite und neuerstandene Österreich. Er tritt der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei. Näheres ist über seinen weiteren Lebensweg nicht bekannt, außer dass er später im Altersheim in Wien-Baumgarten, Hütteldorferstraße lebt. Er verstirbt mit 67 Jahren und findet seine letzte Ruhestätte am evangelischen Friedhof in Wien Simmering.

Orte

Wohnort:

Quellen

Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)

Matricula Online

Verstorbenensuche der evangelischen Friedhöfe Wien

Alexander Bormann

Zeitungsausträger
* 24. September 1896
Wien
† 20. Oktober 1963
Wien
Haft