Hertha Elisabeth Kronegger (geb. Mayer)

Personalia
Geboren:
Gestorben:
Beruf:
Verfolgung:
Tätigkeitsverbot 01.12.1938
Mitgliedschaften
Lebenslauf
Hertha Elisabeth Mayer kommt in Wien als eheliche Tochter des Handelsangestellten Rudolf Mayer und seiner Gattin Emilie, geborene Lehndorff, zur Welt. Ihr Großvater, Eduard Lehndorff war 1976 vom jüdischen zum katholischen Glauben konvertiert und hatte seinen Nachnamen von 'Löwy' auf 'Lehndorff' geändert.
Nach der Volksschule besucht Hertha Mayer drei Klassen der Bürgerschule und im Anschluss eine Fortbildungs-Sprachschule sowie einen Literatur-Lehrkurs. Parallel dazu belegt sie Kurse in Klavierunterricht am Konservatorium Wien und Kurse am pädagogischen Institut der Stadt Wien. Zwischen 1928 und 1930 arbeitet sie als Kindergärtnerin bei der Stadt Wien und zwischen 1931 und 1934 als Erzieherin bei der Kinderübernahmestelle der Stadt Wien, den Freien Schulen der Kinderfreunde und im Bezirksverband der Elternvereine.
Bereites seit 1929 arbeitet sie als freie Journalistin bei den Zeitschriften 'Kleines Blatt', 'Sozialistische Erziehung' und 'Der Kuckuck' sowie den Zeitungen 'Frauenblatt', 'Konsumgenossenschaftliche Zeitung', 'Der Abend', 'Die Wiener Küche', 'Die Stunde', Die Bühne' und der 'Kronen-Zeitung'. 1935 kündigt sie als Kinderpädagogin um hauptberuflich die Frauenseite der Wochenzeitung 'Wiener Neue Nachrichten' zu gestalten und Vorträge über Pädagogik und Kindererziehung in der staatlichen Österreichische Radio-Verkehrs AG (RAVAG) zu halten. Sie führt eine Beziehung mit dem verheirateten Rechtsanwalt Johann Měřička.
Am 12. März 1938 erlebt Hertha Mayer, wie mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht das freie und unabhängige Österreich untergeht. Mit der Besetzung Österreichs wird die deutsche Gesetzgebung übernommen und damit auch die ‘Nürnberger Rassengesetze’, nach denen sie als 'Mischling II. Grades' gilt.
Als 'Mischling II. Grades' erhält sie am 1. Dezember 1938 ein Tätigkeitsverbot als Journalistin, weshalbt sie gezwungen ist wieder als Kindergärtnerin zu arbeiten um sich, ihre Mutter und ihre schulpflichtig Schwester zu erhalten. Am 1. Juni 1939 kommt ihr unehelicher Sohn, dessen Vater Johann Měřička ist, zur Welt.
Johann Měřička wird am 13. November 1942 von der Gestapo wegen der Unterstützung von Juden und Tschechen verhaftet und am 19. Juli 1943 in das KZ Flossenbürg deportiert. Er erlebt zwar die Befreiung Österreichs, verstirbt aber bereits 1946 an den Folgen seiner Haft.
Als Kindergärtnerin erlebt Hertha Mayer die Befreiung Österreichs und die Wiedererrichtung der Republik im April bzw. Mai 1945. Sie tritt der neugegründeten Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei. Zwischen 1946 und 1947 arbeitet sie in der Redaktion des 'Exportjournals' bevor sie nach Fortbildungskursen ab 1952 wieder als Kindergärtnerin bzw. Kindergartenleiterin arbeitet. 1951 heiratet sie Kurt Kronegger. Ihr Sohn nimmt ebenfalls den Nachnamen ihres Ehemannes an.
1961 übernimmt Hertha Kronegger eine Trafik, die sie bis zu ihrer Pensionierung 1968 führt. Sie verstirbt mit 79 Jahren und findet ihre letzte Ruhestätte am Friedhof in Wien-Grinzing.
Orte
Wohnort:
Quellen
Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)
Matricula Online
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