Heinrich Deutsch

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Heinrich Deutsch (ÖNB)

Personalia

Geboren:

23. Februar 1925, Wien

Gestorben:

21. November 2004, Wien

Beruf:

Bildhauer

Verfolgung:

Studienverbot Juni 1939

Ehrungen:

Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst

Mitgliedschaften

ÖVP Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich

Lebenslauf

Heinrich Deutsch kommt in Wien als Sohn des ursprünglich jüdischen Friedrich Josef Deutsch und der Katholikin Eugenie Hedwig, geborene Taczanowska, zur Welt. Sein Vater war 1904 zum evangelischen Glauben A.B. und später zum römisch-katholischen Glauben konvertiert. Heinrich Deutsch wird römisch-katholisch getauft und erzogen.

Nach der Volksschule besucht er das Bundesrealgymnasium Albertgasse im 8. Wiener Gemeindebezirk. Als er in der dritten Klasse Unterstufe ist, geht das freie und unabhängige Österreich mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht unter. Mit der Besetzung Österreichs wird die deutsche Gesetzgebung übernommen und damit auch die ‘Nürnberger Rassengesetze’, nach denen Heinrich Deutsch als 'Mischling I. Grades' bzw. ‘Halbjude’ gilt.

Mit Ende der 4. Klasse Unterstufe, dem Pflichtschulalters, wird ihm ein weiterer Schulbesuch wegen 'Mangel einer 100-prozentigen arischen Abstammung' untersagt. Nach privaten Fortbildungskursen im Atelier Bildhauerei Gurschner, im 7. Wiener Gemeindebezirk, versucht er im Sommer 1942 in die Kunstgewerbeschule in Wien einzutreten, wird jedoch neuerlich aus Gründen der Abstammung abgewiesen. Er sucht noch um Aufnahme an der Akademie der bildenden Künste an, wird jedoch vor Erledigung seines Ansuchens am 22. Dezember 1942 in die Wehrmacht eingezogen.

Am 6. April 1945 wird Heinrich Deutsch verwundet und gerät in russische Kriegsgefangenschaft, wo er im April/Mai 1945 die Befreiung Österreichs und die Wiedererrichtung der Republik erlebt.

Im September 1945 kehrt Heinrich Deutsch aus der Kriegsgefangenschaft heim und wird im Oktober 1945 Hörer an der Akademie der Beaux-Arts in Paris und der Akademie der bildenden Künste in Wien. Er tritt der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei.

Heinrich Deutsch studiert von 1948 bis 1950 in Paris bei Marcel Gimond und legt das Diplom zum Bildhauer an der Akademie der bildenden Künste Wien im Jahr 1951 ab. Danach ist er bis 1953 Student an der Keramikfachklasse bei Robert Obsieger an der Akademie für Angewandte Kunst Wien.

Ab dem Jahr 1953 gestaltet Heinrich Deutsch als freischaffender Bildhauer mehrere Porträts wie beispielsweise von Albert Einstein, Hedwig Bleibtreu, Albin Skoda und weitere Skulpturen aus Bronze sowie Mosaiken und Brunnenanlagen aus Keramik und Naturstein. Im Jahre 1959 ist er Mitbegründer des Bildhauersymposions St. Margarethen und erhält im Jahre 1964 den 1. Preis im Wettbewerb um das Staatsgründungsdenkmal, das im Schweizergarten in Wien aufgestellt ist. Seine Arbeiten zeichnen sich dadurch aus, dass er bei seinen Skulpturen und Porträts nach Harmonie und Vollkommenheit strebt.

Heinrich Deutsch verstirbt mit 79 Jahren und findet seine letzte Ruhestätte am Wiener Zentralfriedhof.

Orte

Wohnort:

Quellen

Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)

Wikipedia unter de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Deutsch

Friedhöfe Wien - Verstorbenensuche

Heinrich Deutsch

Bildhauer
* 23. Februar 1925
Wien
† 21. November 2004
Wien
Studienverbot