Sektionschef Dr. Viktor Carl Anton Kollars (geb. Tojolnik)

Personalia

Geboren:

22. September 1897, Graz

Gestorben:

24. Mai 1976, Wien

Beruf:

Beamter

Verfolgung:

Haft 12.03.1938 - 23.05.1938
Entlassung 21.03.1939,
Ortsverbot 01.05.1939

Ehrungen:

Bronzene Tapferkeitsmedaille I. Klasse

Bronzene Tapferkeitsmedaille II. Klasse

Silberne Tapferkeitsmedaille I. Klasse

Silberne Tapferkeitsmedaille II. Klasse

Karl Truppenkreuz

Ritterkreuz des österreichischen Verdienstordens I. Klasse

Mitgliedschaften

K.A.T.V. Norica Graz, Österreichische Volkspartei, ÖVP Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich, Sportunion

Lebenslauf

Viktor Carl Anton Kollars kommt in Graz als unehelicher Sohn der Carolina Tojolnik zur Welt. Sein Vater, der Geschäftsreisende Viktor Kollars legitimiert ihn 1902, woraufhin er seinen Nachnamen annimmt. Nach fünf Klassen der Volksschule besucht er die Mittelschule. 1915 meldet er sich als Kriegsfreiwilliger zum Ersten Weltkrieg und kehrt am 3. November 1918 heim. Er erlebt die Niederlage Österreich-Ungarns, die Zerschlagung der Doppelmonarchie und die Vertreibung des Hauses Habsburg.

Im Jänner 1918 tritt Viktor Kollars in den Dienst der Gendarmerie und wird über eigenes Verlangen im Dezember 1922 pensioniert. Im gleichen Jahr heiratet er Franziska Kern und wird in weiterer Folge Vater von sechs Kindern. Ebenfalls 1922 inskribiert er ein Lehramtsstudium für Turnen und Geschichte an der Universität Graz. 1927 legt er die Lehramtsprüfung im Fachbereich Turnen ab. 1938 promoviert er zum Doktor der Philosophie. 1930 ist er Gründungsmitglied der Studentenverbindung Norica Graz.

Zugleich gehört Viktor Kollars von April 1934 bis April 1937 als Landesrat den steirischen Landesregierungen unter Alois Dienstleder (bis 1934) und Karl Maria Stepan an, wo er die Funktion des Generalsekretärs des 'Österreichischen Turn- und Sportkollegiums' ausübt. Er ist auch als Funktionär in der Vaterländischen Front und Landesleiter ihr nahestehenden Organisationen aktiv. 1936 wird er zum Honorardozent und Fachinspektor für Turnen und zum Lehrbeauftragten für methodische Übungen an der Universität Graz bestellt.

In Graz erlebt Viktor Kollars den Untergang des freien und unabhängigen Österreichs mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht. Noch in der Nacht der Besetzung Österreichs wird er am 12. März 1938 von der Gestapo verhaftet. Am 23. Mai 1938 wird Viktor Kollars aus der Haft und am 21. März 1939 als Lehrer entlassen. Am 01. Mai 1939 erhält er Ortsverbot und geht mit seiner Familie nach Wien. Im Juni 1939 findet Viktor Kollars in Wien Arbeit als Straßenarbeiter und im Anschluss als Kraftwagenlenker, um seine Familie ernähren zu können.

Zu Ostern 1943 wird Viktor Kollars zur Wehrmacht einberufen und gerät 1945 in us-amerikanische Kriegsgefangenschaft und im Anschluss in russische Kriegsgefangenschaft. Er flüchtet aus der russischen Kriegsgefangenschaft und gerät abermals in us-amerikanische Kriegsgefangenschaft.

In der Kriegsgefangenschaft erlebt Viktor Kollars die Befreiung Österreichs und die Wiedererrichtung der Republik im April bzw. Mai 1945. Im August 1945 wird er ordnungsgemäß aus der Kriegsgefangenschaft entlassen. Am 18. August 1945 trifft er wieder in Wien ein. Im März 1946 beginnt er im Bundesministerium für Unterricht, in der Sektion Sport, zu arbeiten, wo er 1959 zum Sektionschef der Sektion Volkserziehung ernannt wird. Darüber hinaus wird er Funktionär der Sportunion.

Als Beamter geht Viktor Kollars in den Ruhestand und verstirbt mit 78 Jahren. Er findet seine letzte Ruhestätte am Friedhof in Wien Neustift.

Orte

Wohnort:

Quellen

Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)

de.wikipedia.org/wiki/Viktor_Kollars; www.kartellverband.org/biographien/sektionschef-hofrat-dr-viktor-kollars-sportforderer-katv-norica-graz/

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Viktor Kollars

Beamter
* 22. September 1897
Graz
† 24. Mai 1976
Wien
Entlassung, Ortsverbot, Haft