Rüdiger Maria Bertossi

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Rüdiger Bertossi (WStLA)

Personalia

Geboren:

25. Juli 1892, Wien

Gestorben:

22. März 1969, Wien

Beruf:

Maschinist

Verfolgung:

Haft 06.05.1938 - 24.05.1938,
KZ Dachau 24.05.1938 - 27.09.1938,
KZ Flossenbürg 27.09.1938 - 02.03.1940,
KZ Dachau 02.03.1940 - 29.06.1942,
Haft 24.03.1944 - 15.07.1944

Mitgliedschaften

ÖVP Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich

Lebenslauf

Rüdiger Maria Bertossi kommt in Wien als ehelicher Sohn des Ministerialbeamten Roger Bertossi und Elvira, geborene Timolini, zur Welt. Er hat einen Zwillingsbruder. Nach der Schulbildung macht er eine Ausbildung zum Maschinisten und arbeitet danach in unterschiedlichen Betrieben. 1923 tritt er aus der katholischen Kirche aus.

Der überzeugte Österreicher tritt 1928 dem Wiener Heimatschutz bei. Als solcher bringt er illegale Nationalsozialisten zur Anzeige. Nach 1934 tritt Rüdiger Bertossi der Vaterländischen Front bei und tritt auch hier entschieden gegen den Nationalsozialismus auf.

Am 12. März 1938 muss Rüdiger Bertossi erleben, wie das unabhängige und freie Österreich mit dem Einmarsch der Nationalsozialisten untergeht. Am 5. Mai 1938 wird er von der Gestapo verhaftet und am 24. Mai 1938 in das KZ Dachau deportiert. Am 27. September 1938 kommt er von dort in das KZ Flossenbürg und wird am 2. März 1940 von dort wieder in das KZ Dachau rücküberstellt. Schleißlich erlangt er am 26. Juni 1942 wieder die Freiheit, muss sich aber in Wien an jedem 3. Werktag bei der Ortspolizeibehörde melden.

Nach seiner Haftentlassung macht Rüdiger Bertossi aus seiner ablehnenden Haltung gegenüber dem Nationalsozialismus weiterhin keinen Hehl. Daher wird er am 24. März 1944 wegen 'Vergehen nach dem Heimtückegesetz' in Untersuchungshaft genommen. Es kommt zu keiner Klage, Rüdiger Bertossi wird am 15. Juli 1944 entlassen und sofort zur Wehrmacht einberufen.

In der Kriegsgefangenschaft erlebt Rüdiger Bertossi die Befreiung Österreichs. Er engagiert sich danach in der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich. 1947 heiratet er Anna Zimmel und wird Vater einer Tochter. Nach unterschiedlichen Anstellungen in Werkzeug- und Werkzeugmaschinenfabriken bzw. Wachdiensten geht er 1960 in Pension. Er verstirbt mit 76 Jahren und findet seine letzte Ruhestätte am Friedhof in Wien-Neustift.

Orte

Wohnort:

Verfolgung:

KZ Dachau (Deutschland), KZ Flossenbürg (Deutschland)

Quellen

Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)

KZ Gedenkstätte Dachau

Friedhöfe Wien - Verstorbenensuche

Rüdiger Bertossi

Maschinist
* 25. Juli 1892
Wien
† 22. März 1969
Wien
Haft, KZ Dachau, KZ Flossenbürg