Amtsrat Johann Hierhammer

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Johann Hierhammer
Bild: ÖStA

Personalia

Geboren:

15. März 1896, Wien

Gestorben:

14. Juli 1964, Alland

Beruf:

Beamter

Verfolgung:

Entlassung 31.03.1939

Mitgliedschaften

Österreichische Volkspartei, ÖVP Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich

Lebenslauf

Johann Hierhammer kommt ein Wien als ehelicher Sohn des Buchdruckereibesitzers Heinrich Hierhammer und seiner Gattin Leopoldine, geborene Marburg, zur Welt. Ein Großelternteil war jüdischer Abstammung, die Familie jedoch katholischen Glaubens. Johann Hierhammer besucht nach der Volksschule und der Gymnasialunterstufe die Handelsakademie Wien, wo er 1914 maturiert. Danach arbeitet er bis 1915 in einer Verrechnungsstelle und wird am 31. März 1915 in den Ersten Weltkrieg, in das Schwere Artillerieregiment Nr. 2, eingezogen.

Nachdem Johann Hierhammer die Niederlage Österreich-Ungarns, die Zerschlagung der Doppelmonarchie und die Vertreibung des Hauses Habsburg erlebt hat, beginnt er am 2. Jänner 1919 in der Allgemeinen Depositenbank zu arbeiten. Am 19. Dezember 1919 wechselt er in die Firma Anton Rochhart's Nachfolger als Prokurist. Am 21. August 1921 heiratet er Katharina Peyfuß, die Ehe bleibt jedoch kinderlos.

Am 25. August 1930 erfolgt ein abermaliger beruflicher Wechsel in das Bundesministerium für soziale Verwaltung. Johann Hierhammer ist überzeugter österreichsicher Patriot und Gegner des Nationalsozialismus. Er macht auch beruflich kein Geheimnis aus seiner betont österreichischen Gesinnung. 1935 wechselt er in das Landesarbeitsamt Wien [heute: Arbeitsmarktservice Wien].

Am 12. März 1938 muss Johann Hiermann erleben, wie mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht das freie und unabhängige Österreich untergeht. Mit der Besetzung Österreichs wird die deutsche Gesetzgebung übernommen und damit auch die ‘Nürnberger Rassengesetze’, nach denen Johann Hiermann als ‘Mischling II. Grades’ gilt. Unmittelbar nach der Besetzung Österreichs wird er auf eine niederwertige Stelle versetzt und schließlich mit 31. März 1939 aus dem Dienst durch Zwangspensionierung entlassen. Als Gründe werden seine politisch-österreichische Gesinnung, aber auch sein jüdischer Großelternteil angegeben.

Danach ist Johann Hiermann mit einer Unterbrechung bis 15. Mai 1941 arbeitslos, arbeitet kurz bei der Firma J.F. Hentschel und danach bei der Weingroßhandelsfirma Novacek & Co. als Buchhalter.

Als Buchhalter erlebt Johann Hiermann die Befreiung Österreichs und die Wiedererrichtung der Republik im April bzw. Mai 1945. Er tritt der neungegründeten Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei. Mit 1. November 1945 wird er rehabilitiert und beginnt wieder im Landesarbeitsamt Wien zu arbeiten.

Johann Hiermann geht mit 30. September 1959 in den Ruhestand. Er verstirbt mit 68 Jahren in Alland in Niederösterreich.

Orte

Wohnort:

Quellen

Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)

Österreichisches Staatsarchiv (ÖStA)

Matricula Online

Johann Hierhammer

Beamter
* 15. März 1896
Wien
† 14. Juli 1964
Alland
Entlassung