Polizeimajor Adolf Brestan
Personalia
Geboren:
Gestorben:
Beruf:
Verfolgung:
Haft 17.03.1938 - 10.06.1038,
Entlassung 31.12.1938
Mitgliedschaften
Lebenslauf
Adolf Brestan kommt ihn Wien als Sohn des Zivilwachmanns Josef Brestan und Anna, geborene Novacek, zur Welt. Nach der Schule macht er eine Ausbildung zum Graveur, Ziseleur und Stanzer, geht aber 1905 als Soldat zum Feldhaubitzenregiment Nr. 9 'Graf Egmont von Geldern', wo er 1908 als Zugsführer abrüstet und am 22. Oktober 1908 in den Wiener Polizeidienst eintritt.
1914 wird Adolf Brestan in den I. Weltkrieg eingezogen. 1916 heiratet er Margaretha Josefine Kanka und kehrt 1918 aus dem Krieg zurück.
Danach ist er als Polizeiinspektor in Wien-Neustift am Walde eingesetzt. In den 1930ern tritt er der Vaterländischen Front bei und wird Sprengelleiter und Fahnenbegleiter. Zusätzlich ist er Mitglied des Wirtschaftsverbandes.
Adolf Brestan ist überzeugter Österreicher und Gegner des Nationalsozialismus. Als sich am Abend des 11. März 1938 abzeichnet, dass Österreich sich kampflos der übermächtigen Wehrmacht ergibt, um Blutvergießen zu vermeiden, äußert er sich auf seiner Wache gegenüber den Kollegen und illegalen Nationalsozialisten Franz Loidolt und Johann Petermayer kritisch über den Nationalsozialismus.
Kollegen, ich sage Euch, bevor ich mit diesen Naziverbrechern Dienst versehe, gehe ich lieber in Pension.
Unmittelbar danach perlustriert er auf der Straße drei Nationalsozialisten, die bereits die Hakenkreuz-Armbinde tragen und reist einem diese vom Arm.
Adolf Brestan wird denunziert und am 17. März 1938 von der Gestapo verhaftet. Er bleibt bis 10. Juni 1938 in Haft und wird sofort vom Dienst suspendiert. Mit 31. Dezember 1938 wird er offiziell durch Zwangspensionierung entlassen.
Die gesamte Zeit der deutschen Besatzung fristen Adolf und Margaretha Brestan mit einer kleinen Zwangspension, bis sie die Befreiung Wiens, im April 1945, erleben dürfen. Bereits am 27. April 1945 wird er rehabilitiert, wieder in den Dienst gestellt und leitet fortan die Wachstube in Wien-Währing. Er tritt in der Folge der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei.
Im Wiener Polizeidienst avanciert Adolf Brestan zum Polizeimajor und geht am 31. Dezember 1949 in den Ruhestand. 1964 tritt er aus der katholischen Kirche aus. Er verstirbt mit 88 Jahren in Wien und findet seine letzte Ruhestätte am Friedhof in Wien-Neustift am Walde.
Orte
Wohnort:
Quellen
Österreichisches Staatsarchiv (ÖStA)
Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)
Friedhöfe Wien - Verstorbenensuche
