Julius Hantich

Personalia
Geboren:
Gestorben:
Beruf:
Verfolgung:
Haft 14.03.1938 - 15.07.1938,
KZ Dachau 15.07.1938 - 22.04.1939,
Entlassung 14.03.1938
KZ-Nummer:
Mitgliedschaften
Lebenslauf
Julius Hantich kommt in Prag als Sohn eines Bankdieners zur Welt. Nach der Volksschule besucht er eine Handelsakademie, wo er maturiert. 1903 meldet er sich einjährig Freiwillig zum Feldjägerbataillon Nr. 22 und mustert als Leutnant der Reserve ab.
1905 beginnt er bei der Zentralbank der deutschen Sparkasse zu arbeiten und 1907 bei der Österreichischen Nationalbank in der Außenstelle Linz. Er heiratet eine ungarische Schauspielerin, die Ehe bleibt jedoch kinderlos.
Julius Hantich wird nicht in den Ersten Weltkrieg eingezogen und erlebt in Linz die Niederlage Österreich-Ungarns, die Zerschlagung der Doppelmonarchie und die Vertreibung des Hauses Habsburg. Er arbeitet auch weiterhin in der Außenstelle der Österreichischen Nationalbank in Linz.
Julius Hantich ist gläubiger Katholik und entschiedener Gegner des Nationalsozialismus. 1933 tritt er der Vaterländischen Front bei und bekämpft innerhalb seiner Dienststelle illegale Nationalsozialisten. In weiterer folge avanciert er zum Leiter der Außenstelle Linz und wird Vorstandsmitglied der Österreichischen Nationalbank.
So denunzierte er wiederholt nationalsozialistisch eingestellte Beamte und Angestellte seines Betriebes. Diese wurden daraufhin mit Entlassung bedroht und teilweise sogar um ihre Stellung gebracht.
Am 12. März 1938 muss Julius Hantich erleben, wie mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht das freie und unabhängige Österreich untergeht. Zwei Tage nach der Besetzung Österreichs wird er am 14. März 1938 von der Gestapo verhaftet und am gleichen Tag entlassen. Seine Ehefrau begeht am 31. März 1938 Selbstmord.
Am 15. Juli 1938 wird Julius Hantich in das KZ Dachau deportiert. Nach einer schweren Lungenentzündung wird er am 22. April 1939 entlassen. Er läßt sich danach in Wien nieder und lebt von einer kleinen Versorgungspension. 1943 heiratet er Anna Neschwera, auch diese Ehe bleibt kinderlos.
Im April bzw. Mai 1945 erlebt Julius Hantich die Befreiung Österreichs und die Wiedererrichtung der Republik. Altersbedingt bleibt er in Pension. Er tritt der neugegründeten Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei.
Julius Hantich verstirbt mit 76 Jahren in Wien und findet seine letzte Ruhestätte am Friedhof in Wien-Hernals.

Quellen
Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)
Österreichisches Staatsarchiv (ÖStA)
Arolsen Archives
Rathkolb, Oliver/Venus, Theodor (2013):Reichsbankanstalten 1938 - 1945 am Beispiel der Reichsbankhauptstelle Wien (Wien)
Matricula Online
Friedhöfe Wien - Verstorbenensuche
