Franz Emil Losert
Personalia
Geboren:
Gestorben:
Beruf:
Verfolgung:
Haft 18.09.1939 - 21.12.1939,
Ermordet am 21.12.1939
Mitgliedschaften
Lebenslauf
Franz Emil Losert [fälschlich auch Franz Lobert geschrieben] kommt in Wien als ehelicher Sohn des Spenglers Franz Josef Losert und seiner Gattin Emilie, geborene Zátko, zur Welt. Sein Vater stirbt am 24. September 1920, wenige Tage vor Franz’ fünftem Geburtstag. Seine Mutter arbeitet als Näharbeiten, um das die Familie finanziell über die Runden zu bringen. Über seine Kindheit und Jugend ist nichts erhalten geblieben, außer dass er ich bei den katholischen Pfadfinderinnen und Pfadfindern Österreichs (PPÖ) in der Pfarre Wien-Rossau engagiert.
Nach seiner Schulbildung arbeitet Franz Losert bei der Harlander Baumwollspinnerei und Zwirnfabrik AG als Angestellter. Mit seinem Einkommen bestreitet er den wesentlichen Lebensunterhalt der Familie. Politisch ist der gläubige Katholik nicht aktiv, lehnt aber den Nationalsozialismus entschieden ab.
Am 12. März 1938 erlebt Franz Losert mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht, den Untergang des freien und unabhängigen Österreich. Nach der Besetzung Österreichs äußert er auch weiterhin öffentlich seine Ablehnung des Nationalsozialismus.
Ich bin nicht gesonnen, für das N.S. Regime zu kämpfen!
Am 2. Dezember 1938 wird Franz Losert zur Wehrmacht, in die Jäger- und Artilleriekaserne in Stockerau, als Kanonier, eingezogen. Wahrscheinlich im Sommer 1939, vielleicht mit Ausbruch des II. Weltkrieges, entzieht sich Franz Losert der Militär. Er besucht noch einmal kurz seine Mutter in Wien und möchte über die Schweiz flüchten. In Tirol wird er gefangen genommen und am 18. September 1939, wegen Fahnenflucht in Gefangenenhaus des Landesgericht Innsbruck eingeliefert. Dort wird ihm der Prozess vor dem Militärgericht wegen Fahnenflucht gemacht, wo er zum Tode verurteilt wird.
Franz Losert wird am 21. Dezember 1939 im Steinbruch südöstlich des Bretterkellers in Innsbruck erschossen. Er ist zu diesem Zeitpunkt erst 24 Jahre alt, ledig und kinderlos. In seiner Sterbeurkunde wird 'plötzlicher Herztod' angegeben.
Seine Mutter Emilie Losert erlebt die Befreiung Österreichs und die Wiedererrichtung der Republik im April bzw. Mai 1945. Sie tritt später der neugegründetes Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei. Sie verstirbt 1976 in Wien und überlebt ihren Sohn um 36 Jahre.
Orte
Wohnort:
Quellen
Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)
Matricula Online
Lehmann Telefonbuch 1938
