Emil Lhotak

Personalia
Geboren:
Gestorben:
Beruf:
Verfolgung:
Haft 09.07.1943 – 28.08.1943,
KZ Dachau 28.08.1943 – 14.03.1944,
KZ Natzweiler 14.03.1944 – 02.04.1945,
KZ Dachau 02.04.1945 – 29.04.1945
KZ-Nummer:
Mitgliedschaften
Lebenslauf
Emil Lhotak kommt in Wien als ehelicher Sohn des Schneidergehilfen Adalbert Lhotak und seiner Gattin Antonia, geborene Böck, zur Welt. Nach der Schulbildung wird Metallarbeiter. Mit Ausbruch des I. Weltkrieges erfolgt seine Einberufung in den Krieg, aus dem er mit gesundheitlichen Schäden zurückkehrt.
Nach der Niederlage Österreich-Ungarns, der Zerschlagung der Doppelmonarchie und der Vertreibung des Hauses Habsburg tritt er der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP) [heute: Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ)] sowie der Gewerkschaft bei und arbeitet er als Hausbesorger. Am 26. Februar 1922 heiratet Emil Lhotak in der Pfarre Mariahilf Karoline Brandhuber.
Am 12. März 1938 erlebt Emil Lhotak mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht den Untergang des freien und unabhängigen Österreichs. 1941 wird er Hausbesorger in der Johann-Strauß-Gasse 39, im 4. Wiener Gemeindebezirk, dem Haus in der auch wohnt. Im gleichen Haus befindet sich eine Tischlerwerkstätte. Gemeinsam mit seiner Frau und dem Werkstätteninhaber hilft er verfolgten Jüdinnen und Juden. Sie halten Menschen in der Werkstätte verborgen; Emil Lhotak versteckt Verfolgte auch in der Wohnung und in seinem Schrebergarten und versorgt sie mit Lebensmitteln und dem Notwendigsten. Zu ihnen gehört der frühere sozialdemokratische Nationalratsabgeordnete Karl Klimberger.
Am 25. Juni 1943 wird Karl Klimberger von der Gestapo verhaftet. Bei den Verhören der Gestapo ermittelt diese seine Verstecke. Am 9. Juli 1943 werden Emil und Karoline Lhotak festgenommen. Die Gestapo wirft ihnen die unangemeldete Beherbergung Karl Klimbergers vor. Das Ehepaar übernimmt bei den Verhören die Verantwortung und schützt dadurch andere Beteiligte. Emil Lhotak wird am 28. August 1943 in das KZ Dachau deportiert; Karoline Lhotak in das KZ Auschwitz, wo sie nach dem 23. September 1943 ermordet wird.
Am 14. März 1944 wird Emil Lhotak dem KZ Dachau in das KZ Natzweiler überstellt. Die Häftlinge müssen für die unterirdische Verlagerung einer Flugzeugmotorenfabrik von Daimler-Benz bei Obrigheim Zwangsarbeit leisten.
Meine Liebe Schwägerin Anny!
Vor allen die Herzlichsten Grüssen an dich und Wolfi und allen Bekanten. Bin so weiters Gesund was ich auch von euch Hoffe.
Liebe Anny, Monate sind wieder ins Land gegangen und an meiner Lage hat sich nichts geendert. Ich glaubte das ich zu Weihnachten bei euch zu Hause in meinem lieben Wien sein werde, aber das Schicksal hat kein einsehen. Noch mit mir muss warten bis die Zeit das Glück meiner Freiheit bringt.
Liebe Anny dein letzten Brief war am 30.VII.1944. Was ist mit dir los? Das Leben in Wien muss ein schwerer Kampf sein. Arbeit und Sorgen. Bitte Anny vergesse mich nicht
Dein Schwager
Emil
Im Zuge der Räumung des KZ Natzweiler wird Emil Lhotak in das KZ Dachau rücküberstellt, wo er am 2. April 1945 ankommt. Am 10. April folgt die Überstellung in das Dachauer Außenkommando Eching, dessen Lager sich in Neufahrn bei Freising befindet. Dort wird er am 29. April 1945 von der US-Army befreit. Am 25. Mai 1945 findet seine Heimreise mit einem Sammeltransport statt.
Nach der Befreiung Österreichs und der Wiedererrichtung der Republik im April bzw. Mai 1945 lebt Emil Lhotak wieder in Wien. 1946 arbeitet er als Magaziner. Er bleibt Mitglied der Bezirkspartei der Sozialdemokratischen Partei Österreichs (SPÖ) - Bezirksorganisation Wieden. Vom 21. April 1947 bis zum 26. Jänner 1961 arbeitet er als Portier der Gemeinde Wien.
Am 6. Mai 1950 heiratet Emil Lhotak mit Franziska Zankl ein zweites Mal. Am 26. Jänner 1961 geht er in Pension. Er verstirbt mit 95 Jahren in Wien und findet seine letzte Ruhestätte am Friedhof in Wien-Inzersdorf.
Orte
Wohnort:
Verfolgung:
Quellen
Wiener Stadt- und Landearchiv (WStLA)
Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW)
Matricula Online
Friedhöfe Wien - Verstorbenensuche
