Kommerzialrat Karl Klimberger

Personalia
Geboren:
Gestorben:
Beruf:
Verfolgung:
Haft 25.06.1943 - 12.10.1943,
KZ Auschwitz 12.10.1943,
Ermordet nach dem 12.10.1943
Mitgliedschaften
Lebenslauf
Karl Klimberger kommt in Wien als ehelicher Sohn von Samuel Klimberger und Helene, geborene Böhm, zur Welt. Die Familie ist jüdischen Glaubens. Über die Kindheit und Jugend von Karl Klimberger ist nichts bekannt.
Nach seiner Schulbildung wird er erfolgreicher Möbelfabrikant und schließt sich der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP) [heute: Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ)] an. Er avanciert zum Präsidenten des Verbandes sozialdemokratischer Gewerbetreibender und Kaufleute Österreichs, wo er die Interessen sozialdemokratisch organisierter Selbständiger vertritt.
Aufgrund seiner erfolgreichen Wirtschaftstätigkeit erhält Karl Klimberger den Berufstitel Kommerzialrat. Er ist Präsidialrat des Gremiums der Wiener Kaufmannschaft, Verwaltungsrat der Wiener Messe A.G. und Zensor der Zentralsparkasse der Gemeinde Wien. Vom 18. Mai 1927 bis zum 1. Oktober 1930 und vom 2. Dezember 1930 bis zum 28. April 1932 gehört er für die Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP) dem Nationalrat an. Danach zieht er sich aus der parlamentarischen Politik zurück.
Am 29. Juli 1934 heiratet Karl Klimberger im Wiener Stadttempel Ida Sobek–Forschner.
Als am 12. März 1938 mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht das freie und unabhängige Österreich untergeht, ist Karl Klimberger 59 Jahre alt. Mit der Besetzung Österreichs wird die deutsche Gesetzgebung übernommen und damit auch die ‘Nürnberger Rassengesetze’, nach denen er als 'Volljude’ gilt. Am 11. Mai 1938 wird seine Ehe mit Ida geschieden.
Um seiner Deportation zu entgehen, taucht Karl Klimberger in Wien unter und lebt unangemeldet in wechselnden Verstecken. Unterstützung findet er bei politischen Weggefährten, darunter Emil Lhotak und Karoline Lhotak, die ihn aus seiner Tätigkeit als sozialdemokratischer Nationalratsabgeordneter kennen.
Emil Lhotak ist Hausbesorger in Wien IV, Johann-Strauß-Gasse 39. Im Haus befindet sich eine Tischlerwerkstätte. Gemeinsam mit deren Inhaber halten die Lhotaks dort jüdische Sozialdemokraten und ihre Angehörigen verborgen. Zu den Versteckten gehört Karl Klimberger. Auch die Wohnung und der Schrebergarten der Lhotaks dienen Verfolgten als Zuflucht; Emil Lhotak versorgt sie mit Lebensmitteln und anderen notwendigen Dingen.
Am 25. Juni 1943 wird Karl Klimberger von der Gestapo verhaftet. Bei den anschließenden Ermittlungen werden seine Verstecke aufgedeckt. Am 9. Juli 1943 nimmt die Gestapo auch Emil und Karoline Lhotak fest, weil sie Karl Klimberger unangemeldet beherbergt haben. Das Ehepaar übernimmt bei den Verhören die Verantwortung und schützt dadurch weitere Helfer.

Karl Klimberger bleibt bis zu seiner Deportation in Wien in Haft. Am 12. Oktober 1943 wird der 64-Jährige in das KZ Auschwitz deportiert. Er wird dort nach dem 12. Oktober 1943 ermordet.
Quellen
Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)
Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW)
Die genealogischen Datenbank unter www.genteam.at
Wikipedia unter de.wikipedia.org/wiki/Karl_Klimberger
Österreichisches Parlament unter www.parlament.gv.at/person/833
Wien.Geschichte.Wiki unter www.geschichtewiki.wien.gv.at/Karl_Klimberger
