Karoline Lhotak (geb. Brandhuber)

Personalia
Geboren:
Gestorben:
Beruf:
Verfolgung:
Haft 09.07.1943 - Deportation KZ Auschwitz (genaues Datum nicht erhalten),
Ermordet im KZ Auschwitz nach dem 23.09.1943
Mitgliedschaften
Lebenslauf
Karoline Brandhuber kommt im Wiener Alservorstadtkrankenhaus als uneheliche Tochter von Josefa Brandhuber zur Welt. Nach der Schulbildung geht sie nicht arbeiten.
In Wien erlebt sie die Niederlage Österreich-Ungarns, die Zerschlagung der Doppelmonarchie und die Vertreibung des Hauses Habsburg. Sie tritt der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP) [heute: Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ)] sowie der Gewerkschaft bei und heiratet am 26. Februar 1922 den Hausmeister Emil Lhotak, der ebenfalls Mitglied der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP) und der Gewerkschaft ist.
Sie kennen den sozialdemokratischen Nationalratsabgeordneten Karl Klimberger aus seiner politischen Tätigkeit. Nach dem sozialistischen Februaraufstand 1934 befindet sich Karoline Lhotak einen Monat in Untersuchungshaft.
Am 12. März 1938 erlebt Karoline Lhotak mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht den Untergang des freien und unabhängigen Österreichs. Während der nationalsozialistischen Herrschaft hilft sie gemeinsam mit ihrem Mann verfolgten Jüdinnen und Juden.
1941 wird er Hausbesorger in der Johann-Strauß-Gasse 39, im 4. Wiener Gemeindebezirk, dem Haus in der auch wohnt. Im gleichen Haus befindet sich eine Tischlerwerkstätte. Gemeinsam mit seiner Frau und dem Werkstätteninhaber hilft er verfolgten Jüdinnen und Juden. Sie halten Menschen in der Werkstätte verborgen; Emil Lhotak versteckt Verfolgte auch in der Wohnung und in seinem Schrebergarten und versorgt sie mit Lebensmitteln und dem Notwendigsten. Zu den Versteckten gehört Karl Klimberger, der von 1927 bis 1932 die Sozialdemokratie im Nationalrat vertritt.
Nachdem Karl Klimberger verhaftet wird und die Gestapo seine Verstecke ermittelt, werden Karoline und Emil Lhotak am 9. Juli 1943 festgenommen. Die Gestapo wirft ihnen vor, Klimberger unangemeldet beherbergt zu haben. Bei den Verhören übernehmen sie die Verantwortung für die Hilfsaktionen und schützen damit weitere Beteiligte.
Karoline Lhotak wird in das KZ Auschwitz deportiert; ein genaues Datum ist nicht erhalten geblieben. Dort kommt sie am 23. September 1943, wenige Wochen nach ihrem 51. Geburtstag, ums Leben. Emil überlebt die Haft in mehreren Konzentrationslagern und kehrt nach der Befreiung nach Österreich zurück.
Quellen
Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)
Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW)
Matricula Online
