Helene Rosemarie Hänisch (geb. Neufeld, verehel. Sinek)

Personalia

Geboren:

4. Juli 1872, Wien

Gestorben:

29. Dezember 1965, Wien

Beruf:

Hausfrau

Verfolgung:

KZ Theresienstadt 25.02.1943 - 08.05.1945

Mitgliedschaften

Österreichische Volkspartei, ÖVP Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich

Lebenslauf

Helene Rosemarie Neufeld kommt in Wien als eheliche Tochter von Leopold Neufeld und Rosalia, geborene Löwy, zur Welt. Die Familie ist jüdischen Glaubens. Nach der Schulbildung heiratet sie im Jahre 1894 im Stadttempel von Wien Viktor Sinek, der später den Nachnamen auf 'Hänisch' ändert und wird in weiterer Folge Mutter zweier Söhne.

Im Dezember 1897 zieht die Familie nach London, kehrt aber später wieder nach Wien zurück und übersiedelt nach Ungarn. In weiterer Folge nimmt Viktor Sinek in Rosenau unter dem Radhoscht im Mähren [heute: Rožnov pod Radhoštěm in Tschechien] einen Posten als Privatsekretär des dortigen Gutsbesitzers Alexander Freiherr Popper von Podhragy an. 1907 tritt er zum evangelischen Glauben A.B. über, Helene Sinek bleibt jedoch jüdischen Glaubens.

Vermutlich im Jahre 1910 oder 1911 übernimmt Viktor Sinek die Stelle eines Sekretärs bei der Bukarester Expositur der Wiener 'Wald Explorations-A.G. Tisita' und ist für den Verkehr mit den rumänischen Behörden zuständig.

Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges muss die Familie Rumänien verlassen und kehrt zurück nach Wien. 1923 ändert Helene Sinek ihren Nachnamen auf 'Hänisch' und nennt sich zuerst 'Hänisch-Sinek', später nur 'Hänisch' oder auch 'Freiin von Hänisch'.

Am 12. März 1938 muss Helene Hänisch erleben, wie mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht, das freie und unabhängige Österreich untergeht. Mit der Besetzung Österreichs wird die deutsche Gesetzgebung übernommen und damit auch die ‘Nürnberger Rassengesetze’, nach denen sie als 'Volljüdin’ gilt.

Am 25. Februar 1943 werden sie und ihr Ehemann in das KZ Theresienstadt deportiert. Sie überleben das Konzentrationslager und werden am 8. Mai 1945 von der Roten Armee befreit.

In Terezín in der Tschechischen Republik erleben Helene und Viktor Hänisch die Befreiung Österreichs und die Wiedererrichtung der Republik im April bzw. Mai 1945. Sie kehren nach Wien zurück und treten der neugegründeten Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei.

Helene Hänisch verstirbt mit 93 Jahren in Wien und findet ihre letzte Ruhestätte am Friedhof in Wien-Neustift.

Orte

Wohnort:

Verfolgung:

KZ Theresienstadt (Terezín, Tschechien)

Quellen

Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)

Österreichisches Staatsarchiv (ÖStA)

Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW)

Archiv der Universität für Bodenkultur

Matricula Online

Friedhöfe Wien - Verstorbenensuche

Helene Hänisch

Hausfrau
* 4. Juli 1872
Wien
† 29. Dezember 1965
Wien
KZ Theresienstadt