Mag. Josef (Tiperl) Wotypka

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Josef Wotypka
Bild: ÖVfStG

Personalia

Geboren:

18. Februar 1899, Wien

Gestorben:

10. Mai 1971, Wien

Beruf:

Pharmazie-Assistent

Verfolgung:

Haft 19.10.1938 – 19.12.1943,
Tätigkeitsverbot 17.05.1944

Mitgliedschaften

Akademisches Corps Ottonen, Gruppe Burian

Lebenslauf

Josef Wotypka, genannt 'Tiperl' kommt in Wien als ehelicher Sohn des Postbeamten Franz Wotypka und seiner Gattin Maria, geborene Niederhofer, zur Welt. Nach der Volksschule besucht er ein Realgymnasium bis zur siebenten Klasse. Er unterbricht die Schule um sich 1916 freiwillig zum Kriegsdienst zu melden. Nach der Niederlage Österreich-Ungarns, der Zerschlagung der Doppelmonarchie und der Vertreibung des Hauses Habsburg schließt er die Schule 1919 ab und arbeitet bis 1922 als Praktikant in Apotheken. In dieser Zeit ist er Mitglied der 'Kaisertreuen Volkspartei' (auch 'Wolff-Verband'). Danach inskribiert er Pharmazie an der Universität Wien. 1924 tritt der der Studentenverbindung Ottonen bei. 1925 beschließt er das Rigorosum, heiratet Hildegard Kolinek und arbeitet als Pharmazie-Assistent in der Carolus-Apotheke im 3. Wiener Gemeindebezirk. In der Folge ist er Mitglied beim Wiener Heimatschutz und der Vaterländischen Front.

Josef Wotypka ist am Abend des Einmarsches der deutschen Wehrmacht in das freie und unabhängige Österreich am 11. März 1938 bei der Vorstandssitzung der Ottonen anwesend, als diese beschließen, sich formal aufzulösen und in den Widerstand zu gehen. Er wird dort zum stellvertretenden Landesleiter von Wien bestellt. In der Folge ist er auch bei den konspirativen Treffen der Gruppe um Karl Burian anwesend.

Josef Wotypka wird am 19. Oktober 1938 von der Gestapo verhaftet. Er wird wegen 'Vorbereitung zum Hochverrat' angeklagt und in der Hauptverhandlung des Volksgerichtshofes vom 7. Dezember 1943 bis 9. Dezember 1943 zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt. Nachdem seine Untersuchungshaft angerechnet wird, kommt er am 19. Dezember 1943 wieder frei. Er versucht danach in einer Apotheke zu arbeiten, diese Tätigkeit wird ihm aber am 17. Mai 1944 vom Reichsstatthalter in Wien untersagt. Danach arbeitet er bei der Firma Stockhausen.

In Wien erlebt Josef Wotypka die Befreiung Österreichs und die Wiedererrichtung der Republik im April bzw. Mai 1945. Er wird rehabilitiert, schließt sein Studium mit dem Magister der Pharmazie ab und beginnt noch im gleichen Jahr als Verwalter in der Pharmazeutischen Gehaltskasse zu arbeiten. Dort avanciert er später zum Direktor und geht in den Ruhestand. Er verstirbt 1971 kinderlos in Wien.

Den Kontakt mit den überlebenden der Gruppe Burian hat er immer aufrechterhalten.

Orte

Wohnort:

Quellen

Prosl, Christian (2008): Tödliche Romantik. Das legitimistische akademische Corps "Ottonen" (Wien)

Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)

Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW)

Josef Wotypka

Pharmazie-Assistent
* 18. Februar 1899
Wien
† 10. Mai 1971
Wien
Tätigkeitsverbot, Haft