Hofrat Anton Stefan Hyross

Personalia
Geboren:
Gestorben:
Beruf:
Verfolgung:
Haft 12.03.1938 - 22.03.1938,
KZ Dachau 22.03.1938 - 22.09.1939,
Entlassung 7. März 1939
KZ-Nummer:
Mitgliedschaften
Lebenslauf
Anton Stefan Hyross kommt in Wien als ehelicher Sohn des Schneidermeisters Anton Hyross und seiner Gattin Rosalia, geborene Hudny, zur Welt. Nach der Volksschule besucht er die Gymnasial-Unterstufe und im Anschluss die Handelsakademie. Er gehört zu den ersten Mitgliedern der am 3. Juli 1922 im Stadtteil Breitensee gegründeten Mittelschulverbindung Borussia. Nach der Matura arbeitet er im Bankdienst und tritt 1927 in die Dienste der Post. Dort erlangt er bald eine geachtete Stellung. Er wird Obmann des Personalausschusses der Telegraphendirektion. 1931 heiratet er Bianca Schlechter. Sie ist die Tochter eines konfessionslosen und einer konvertierten Jüdin.
Am 12. März 1938 erlebt Anton Hyross mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht, den Untergang des freien und unabhängigen Österreichs. Noch am Tag der Besetzung wird er verhaftet und nach kurzem Aufenthalt im Polizeigefängnis am 22. März 1938 in das KZ Dachau deportiert. Er wird am 22. September 1938 wieder aus dem Konzentrationslager entlassen. Aus dem Postdienst, von dem er zwischenzeitlich suspendiert wurde erfolgt die Entlassung am 7. März 1939. Er wird bei der Ostmark-Versicherung (später Bundesländer/Uniqa) in subalterner Stellung eingestellt.
Sofort nach der Befreiung Österreichs und der Wiedererrichtung der Republik im April bzw. Mai 1945 stellt sich Anton Hyross wieder der Post zur Verfügung und baut in Wien ein provisorisches Telefonnetz auf. Er tritt der neugegründeten Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei.

Anton Hyross ist maßgeblich am Wiederauf- und -ausbau des Postwesens in Wien, Niederösterreich und Burgenland beteiligt und wird 1946 zum Vizepräsidenten der PT-Direktion für diesen Bereich ernannt. Er wird in weiterer Folge Bundesobmann-Stellvertreter der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich und hat diese Funktion bis zu seinem Tod inne.
Anton Hyross verstirbt mit 75 Jahren in Wien und findet seine letzte Ruhestätte am Wiener Zentralfriedhof.
Quellen
Krause, Peter/Reinelt, Herbert/Schmitt, Helmut (2020): Farbe tragen, Farbe bekennen. Katholische Korporierte in Widerstand und Verfolgung. Teil 2. Kuhl, Manfred (ÖVfStG, Wien) S. 141.
Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)
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