Major Johann Felkl

Personalia

Geboren:

2. März 1884, Bohnau

Gestorben:

21. Februar 1966, Stockerau

Beruf:

Soldat

Verfolgung:

Haft 15.05.1938 - 26.08.1938

Mitgliedschaften

ÖVP Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich

Lebenslauf

Johann Felkl wird in Bohnau [heute: Banín in Tschechien] als ehelicher Sohn des Baupoliers Wenzel und Rosa Felkl geboren. Nach der Volksschule in Bohnau besucht er die Realschule in Zwittau [heute: Svitavy in Tschechien], um danach auf die Kadettenschule in Prag zu gehen. Nachdem er diese absolviert hat, tritt er am 18. August 1905 in die österreich-ungarische Armee in Tarnopol [heute: Ternopil in der Ukraine] in das IR 55 ein. Er heiratet und wird Vater einer Tochter. Bis 1912 ist er in Tarnopol und wird danach nach Lemberg [heute: Lviv in der Ukraine] versetzt, wo er den Ausbruch des I. Weltkrieges erlebt. Im I. Weltkrieg wird er primär an der Ostfront eingesetzt.

Nach der Zerschlagung Österreich-Ungarns, tritt er in das neue österreichische Bundesheer als Hauptmann in die Ersatzschwadron des reitenden Schützenregiments Nr. 5 über und wird in Stockerau bei Wien stationiert.

Der überzeugte Österreicher engagiert sich in der Zwischenkriegszeit beim Heimatschutz und avanciert zum Major. Beim nationalsozialistischen Putschversuch im Juli 1934, bei dem Bundeskanzler Engelbert Dollfuss von den Nationalsozialisten ermordet wird, wird sein Bataillon nach Kärnten versetzt, um dort den nationalsozialistischen Aufstand niederzuschlagen und Waffenverstecke der Nationalsozialisten ausfindig zu machen und zu beschlagnahmen. Bei einer dieser Kontrollen wird ein junger Nationalsozialist von einem Soldaten des Bataillons des Johann Felkl erschossen.

Johann Felkl muss erleben, wie das freie und unabhängige Österreich mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht untergeht. Am 15. Mai 1938 wird er von der Gestapo aufgrund seiner Aktivitäten im Rahmen der Niederschlagung des nationalsozialistischen Putschversuchs im Juli 1934 verhaftet und bis 26. August 1938 in Haft gehalten. Altersbedingt und aufgrund seiner anti-nationalsozialistischen Haltung wird er nicht in die deutsche Wehrmacht übernommen, sondern in den Ruhestand geschickt.

Den II. Weltkrieg über kann Johann Felkl unbehelligt in Stockerau leben und erlebt dort im Mai 1945 die Befreiung Österreichs. Er tritt in dem Wiedererstandenen Österreich der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei und verstirbt mit 81 Jahren in Stockerau.

Orte

Wohnort:

Quellen

Österreichisches Staatsarchiv (ÖStA)

Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)

Archiv der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich (KPV)

Johann Felkl

Soldat
* 2. März 1884
Bohnau
† 21. Februar 1966
Stockerau
Haft