DI Franz Hurdes

Personalia
Geboren:
Gestorben:
Beruf:
Verfolgung:
Haft 15.03.1938 - 26.09.1938,
Entlassung 16.11.1939
Mitgliedschaften
Lebenslauf
Franz Hurdes kommt in Brunek in Süditrol als ehelicher Sohn des gleichnamigen Felix Hurdes und seiner Gattin Antonia zur Welt. 1910 übersiedelt die Familie mit seinem älteren Bruder Felix Hurdes nach Wien-Wieden. Dort besucht er die Volksschule und im Anschluss das Elisabethgymnasium [heute: Rainergymnasium] im 5. Wiener Gemeindebezirk, wo er am 15. Februar 1924 maturiert. Bereits am 9. Oktober 1923 hatte er als außerordentlicher Student an der Universität für Bodenkultur inskribiert. Nach seiner Matura wird er ordentlicher Student und spondiert am 20. Juli 1927. In weiterer Folge heiratet er und wird Vater.
Im Dezember 1928 wird Franz Hurdes als Lehrkraft und Verwalter im bundesstaatlichen Volksbildungsheim Hubertendorf im Bezirk Melk eingesetzt. Er gründet in der Umgebung von Hubertendorf im Laufe der 1930er Jahre über 20 Ortsgruppen, die sich regelmäßig zum Volkstanz im Schloss Hubertendorf treffen. Darüber hinaus gründet und Leitet er den Hubertendorfer Sing- und Tanzkreis.
1934 tritt er der Vaterländischen Front bei und wird Leiter des Bezirks Melk. In dieser Funktion tritt er entschieden gegen Nationalsozialisten auf.
Am 12. März 1938 muss Franz Hurdes erleben, wie mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht, das freie und unabhängige Österreich untergeht. Am 15. März 1938 wird er von der Gestapo verhaftet und in Gefängnis nach St. Pölten gebracht. Dort wird er am 29. Juni 1938 entlassen. Vom Schuldienst ist er suspendiert und zieht nach Wien. Am 16. November 1939 wird er endgültig durch Zwangspensionierung entlassen. Nach einer kurzen Arbeitslosigkeit findet er eine Anstellung bei der Gebäudeverwaltung Anton Kral in Wien.
Franz Hurdes wird am 2. Dezember 1940 zur Wehrmacht eingezogen in gerät in britische Kriegsgefangenschaft. Dort erlebt er die Befreiung Österreichs und die Wiedererrichtung der Republik im April bzw. Mai 1945. Er kehrt Anfang 1946 heim, wird rehabilitiert und tritt mit 6. März 1946 seinen Dienst als Volksbildungsreferent des Landes Niederösterreich an. Er wird Mitglied der neugegründeten Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich. Nebenbei betreibt er mit seiner Ehefrau eine Gebäudeverwaltung. 1951 wird er wegen schwerer sittlicher Delikte zu 10 Monaten Haft verurteilt.
Als Beamter geht Franz Hurdes in den Ruhestand und verstirbt mit 90 Jahren in Wien.
Orte
Wohnort:
Quellen
Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)
Archiv Universität für Bodenkultur Wien
Dostal, Thomas (2017): Bildung zu "Volkstum und Heimat" in der österreichischen Volksbildung der Zwischenkriegszeit (Wien)
