Josefa (Pepa) Sumper

Personalia
Geboren:
Gestorben:
Beruf:
Verfolgung:
Haft April - August 1944,
August 1944 - 18.02.1945,
Ermordet am 18.02.1945
KZ-Nummer:
Lebenslauf
Josefa Sumper, genannt Pepa, wird als zweites von vier Kindern der slowenisch-sprachigen Bauern Simon und Aloisia Sumper in Latschach bei St. Egyden an der Drau/Št. Ilj ob Dravi geboren. Nach der Grundschule wird sie schließlich Pfarrhaushälterin in der Pfarre St. Egyden. Dort erlebt sie 1938 die Okkupation Österreichs durch Hitler-Deutschland und 1941 den Einmarsch in Jugoslawien. Mit der Auslöschung Österreichs 1938 beginnt für die slowenischen Österreicher die Unterdrückung ihrer Sprache und Kultur.
Im Mai 1938 kommt in die Pfarre St. Egyden der aus dem Rheinland gebürtige Pfarrer Jakob Vianden. Er war zuvor Stadtpfarrer von Gmünd in Oberkärnten, kam aber mit der Gestapo in Konflikt und wird von Bischof Andreas Rohracher zu seinem Schutz nach St. Egyden versetzt. Obwohl nicht der slowenischen Sprache mächtig, stellt er sich auf die Seite der slowenischen Österreicher. So unterhält er auch Kontakte zu den sich formierenden slowenischen Partisanen. Die Pfarrchronik erwähnt, dass sich Jakob Vianden mit seiner Haltung auf eine Reihe loyaler und treuer Mitglieder seiner Gemeinde verlassen konnte. Darunter wird auch explizit die Pfarrhof-Köchin Josefa Sumper genannt. Dadurch hat auch Josefa Sumper Kontakt mit den slowenischen Partisanen. Von ihnen erhält sie, zu ihrem Schutz, den Decknamen “Veronika”.
Als Jakob Vianden von dem bevorstehenden Sturm einer SS-Einheit auf einen Partisanenbunker erfährt, kann er die Partisanen im Vorfeld waren. Durch eine Leichtsinnigkeit wird jedoch der Gestapo bekannt, dass er der Übermittler der Nachricht war. Jakob Vianden kann noch rechtzeitig gewarnt werden und flüchtet am 6. April 1944 um 4:10 Uhr morgens. Josefa Sumper, die zurück bleibt, erzählt das geschehene einem Priester, der dies unabsichtlich einem Gestapo-Spitzel weitererzählt. Daraufhin wird Josefa Super, vermutlich um den 4. oder 5. April 1944, mit einer weiteren Einwohnerin, Maria Oberlecher, von der Gestapo verhaftet. Als sie beim Heimathof von Josefa Sumper vorbeikommen, möchte diese noch die Schlüssel zum Pfarrhof ihrem Bruder geben, was die Gestapo nicht zulässt. Daraufhin wirft sie diese ihm zu und wird dafür von Gestapo-Männern mit Gewehrkolben in den Rücken geschlagen.
Ich komme nicht wieder!
Sie wird gemeinsam mit Maria Oberlecher ins Gefängnis nach Klagenfurt gebracht, wo sie vier Monate bleiben. Obwohl Josefa Sumper verhört wird, gibt sie ihre Freundin Maria Oberlacher und Jakob Vianden nicht preis und deckt sie.
Hier zeigte sich schon der Heldenmut dieser Slowenin. Um ihre Freundin von allem Verdacht zu reinigen, sprach sie von ungenauer Kenntnis der deutschen Sprache, die zu einem Irrtum führen konnte.
Josefa Sumpers Plan geht auf. Maria Oberlacher wird freigelassen.
Im August 1944 wird wird Josefa Sumper von Klagenfurt in das KZ Ravensbrück deportiert. Dort wird sie am 18. Februar 1945 ermordet.
Pepa Sumper machte die hoffnungslosen Leiden des KZ mit und wurde schließlich auf den Tod krank. Eine ihrer Leidensgenossinnen, Frau Unterluggauer aus M. erzählte, dass sich die Pepa bis zum letzten Augenblick nichts gefallen ließ und dass sie am 18.2.1945 mit anderen Frauen von Polizeihunden zerrissen und dann sterbend in die Gaskammer gebracht wurde, wo diese Heldin ihren Glauben, ihre Treue zum Slowenentum und zum Priester, den sie unter keinen Umständen verraten wollte, mit dem Martyrium besiegelte.
Orte
Sterbeort:
Wohnort:
Ehrung:
Quellen
- Mikrut, Jan (2000): Blutzeugen des Glaubens. Martyrologium des 20. Jahrhunderts. Band 3 (Wien), S. 199–205.
