Karl (Karol) Fuchs

Personalia
Geboren:
Gestorben:
Beruf:
Verfolgung:
Ghetto Krakau 20.03.1941 - 06.08.1942,
KZ KZ Plaszow 06.08.1942 - 10.08.1944,
KZ Mauthausen 10.08.1944 - 18.08.1944,
KZ Gusen II 18.08.44 - 05.05.1945
KZ-Nummer:
Mitgliedschaften
Lebenslauf
Karol Fuchs wird in Lemberg in Galizien [heute: Lwiw in der Ukraine] in einer jüdischen Familie geboren. Weder über seine Eltern, noch über seine Kindheit und Jugend ist etwas erhalten geblieben. Später siedelt er nach Krakau und macht wahrscheinlich eine Ausbildung als Juwelier.
Am 1. September 1939 überfällt das Deutsche Reich Polen, womit der Zweite Weltkrieg losbricht. Am 17. September 1939 marschiert die Sowjetunion gemäß dem geheimen Zusatzprotokoll zum deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt vom August 1939 in Ostpolen ein. Am 6. Oktober 1939 kapituliert Polen vor der deutsch-sowjetischen Übermacht. Vom November 1939 an müssen alle jüdischen Einwohner Krakaus ab dem Alter von zwölf Jahren den gelben 'Judenstern' tragen, 53.828 davon werden vom Krakauer Judenrat verkauft.
Am 3. März 1941 befiehlt der Chef des Verwaltungsdistrikts Krakau, der SS-Gruppenführer Otto Wächter, die Einrichtung einer 'jüdischen Wohnsiedlung' in Podgórze, einem Viertel im südlichen Teil der Stadt. Zum 20. März 1941 müssen alle jüdischen Bewohner Krakaus in das Ghetto Krakau umgezogen sein. Das Gebiet von 600 mal 400 Meter wird mit Mauer und Stacheldraht abgeriegelt. Die Straßen, die in das Ghetto hineinführen, werden von der SS streng bewacht. Jedem Krakauer Bürger ist es strengstens untersagt, das Ghetto zu betreten. Da dieses Ghetto zentral in der Stadt einige Wohnbezirke voneinander trennt, können die Bewohner Krakaus eine Straßenbahn benutzen, um auf die andere Seite des Ghettos zu gelangen. Die Wagen der Straßenbahn werden während der Fahrt durch das Ghetto versiegelt; die Fensterscheiben sind zugeklebt.
15.000 Menschen sind in dem Stadtteil zusammengepfercht, in dem vorher 3.000 Einwohner lebten. Der jüdische Rechtsanwalt Artur Rosenzweig wird gezwungen, den Vorsitz des Judenrats zu übernehmen. Im Ghetto werden mehrere Fabriken eingerichtet; etliche hundert Juden sind auch außerhalb des Ghettos zur Arbeit verpflichtet.
Karol Fuchs dürfte in dem Ghetto als Installateur gearbeitet haben. Ab März 1942 wird das Ghetto geräumt und die Insassen in Konzentrationslager deportiert. Karol Fuchs wird am 6. August 1942 in das KZ Płaszów deportiert. Beim Herannahen der Roten Armee erfolgt am 10. August 1944 seine Überstellung in das KZ Mauthausen, von dem er am 18. August 1944 in das benachbarte KZ Gusen II weitergeleitet wird. Dort wird er am 5. Mai 1945 von der US-Army befreit.

Karol Fuchs zeiht nach der Befreiung Österreichs und der Wiedererrichtung der Republik über Linz nach Wien, tritt der neugegründeten Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei, ändert seinen Vornamen von 'Karol' auf 'Karl' und eröffnet ein Juweliergeschäft. Er nimmt die österreichische Staatsbürgerschaft an, heiratet und wird 1951 Vater einer Tochter.
Karl Fuchs verstirbt mit 71 Jahren in Wien und findet seine letzte Ruhestätte am Jüdischen Friedhof am Wiener Zentralfriedhof.
Quellen
Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)
Arolsen Archives
www.myheritage.com
Wikipedia
