Oberschulrat Anton Krasa

Personalia
Geboren:
Gestorben:
Beruf:
Verfolgung:
Entlassung 31.05.1938
Mitgliedschaften
Lebenslauf
Anton Krasa wird als Sohn des gleichnamigen Gendarmerie-Postenführers Anton Krasa und seiner Ehefrau Maria, geborene Pabisch, in Unterpertholz geboren. Er besucht nach der Volksschule die 3-jährge Bürgerschule. Nach einer Vorbereitungsklasse geht er auf die Lehrerbildungsanstalt im 1. Wiener Gemeindebezirk, wo er 1912 maturiert. 1913 tritt er schließlich in den Lehrdienst als Volksschullehrer ein. Zwischen 1914 und 1918 nimmt er am Ersten Weltkrieg teil.
Aus dem Krieg heimgekehrt geht er wieder in den Lehrdienst und heiratet 1922 Hermine Jank. Ende der 1930er Jahr unterrichtet Anton Krasa an der Volksschule Wichtelgasse im 17. Wiener Gemeindebezirk. Aus seiner betont österreichischen und katholischen Überzeugung macht er keinen Hehl. So betreibt er die Versetzung eines Kollegen, der sich weigert, den rot-weiß-roten Gewissenswurm zu tragen. [Anm.: Der Gewissenswurm war ein länglicher rot-weiß-roter Pin, welcher von jenen getragen wurde, die für ein unabhängiges und freies Österreich standen.] Er kritisiert auch vor Kollegen Adolf Hitler und den Nationalsozialismus, wie beispielsweise nach einer Rede Hitlers am 12. Februar 1938.
Darüber hinaus ist er bekennender Katholik und unterstützt Schulkinder, die sich taufen lassen wollen.
Kein Wunder, auf die gestrige Rede kann man nur krank werden.
Bereits sechs Tage nach der Besetzung Österreichs durch die deutsche Wehrmacht wird Anton Krasa am 18. März 1938 von seiner Lehrtätigkeit an der Volksschule Wichtelgasse enthoben und mit 1. Juni 1938 durch Zwangspensionierung entlassen. Danach geht er bis 1943 keiner Betätigung nach. Am 18. Oktober 1943 wird er bis 13. Dezember 1943 als Kriegs-Hilfsangestellter (TOA) in das Bezirksamt Ottakring eingezogen.
Am 5. Jänner 1944 wird Anton Krasa schließlich zur Wehrmacht eingezogen, erlebt dort die Befreiung Österreichs, kommt in britische Gefangenschaft und wird aus dieser am 15. März 1946 entlassen. Er kehrt nach Wien zurück und tritt der neugegründeten Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei. Er wird sofort rehabilitiert und mit Mai 1946 zum Direktor der Volksschule Vorgartenstraße 42 [früher Leystraße 34], im 20. Wiener Gemeindebezirk bestellt. In dieser Funktion bleibt er bis zu seiner Ruhestandsversetzung im September 1957.
Nach dem Tod seiner Ehefrau Hermine 1978 zieht er in das Pensionistenheim der Barmherzigen Schwesternin in Tullnerbach, wo er 1981 verstirbt.
Orte
Wohnort:
Quellen
Bildungsdirektion Wien
Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)
