Ludwig Edmund Klingl
Personalia
Geboren:
Gestorben:
Beruf:
Verfolgung:
Haft 27.10.1940 - 07.02.1941,
KZ Dachau 07.02.1941 - 21.07.1944
KZ-Nummer:
Mitgliedschaften
Lebenslauf
Ludwig Klingl kommt in Wien als unehelicher Sohn von Ludovika Klingl zur Welt. Als Vater wird ein 'Josef' ohne Nachnamen in den Unterlagen genannt. Nachdem seine Mutter deutsche (bayrische) Staatsbürgerin ist, nimmt auch Ludwig Klingl diese Staatsbürgerschaft an.
Nach dem Besuch der Volks- und Bürgerschule beginnt Ludwig Klingl ab 1900 die Ausbildung zum Gärtner, in der Absicht die Gartenbauschule in Wien zu besuchen. Nach Abschluss der Ausbildung wechselt er jedoch das Metier und macht eine Ausbildung zum Puppenspieler für Marionetten und Handpuppen. 1908 gründet er eine Staustellergruppe, verläßt Wien und reist fortan mit der Puppenspielgruppe 'Zauberklingl' durch Europa.
Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges wird Ludwig Klingl zum Deutschen Heer eingezogen und befindet sich durchgehend im Fronteinsatz. Nach der Niederlage der Mittelmächte des Ersten Weltkrieges und der Zerschlagung Österreich-Ungarns kommt er 1918 kurz zurück nach Wien um zu heiraten. Die Ehe dürfte jedoch nur kurz bestanden haben. Er begibt sich wieder auf Tournee durch Europa. Den Aufkommenden Nationalsozialismus in Deutschland lehnt er entschieden ab.
Beim Überfall des Deutschen Reiches auf Polen und dem damit einhergehenden Ausbruch des Ersten Weltkrieges am 1. September 1939 befindet sich Ludwig Klingl gerade auf Gastspieltournee mit seinem Marionettentheater in Brüssel. Als deutscher Staatsbürger wird er heimgerufen um in der Deutschen Arbeitsfront zu dienen. Er weigert sich und bleibt in Brüssel. Als sein Aufenthaltsvisum bzw. sein Reisepass am 30. November 1939 abläuft, erhält er auf sein Ansuchen hin als politischer Flüchtling einen Aufenthaltsstatus in Belgien.
Nach dem Westfeldzug, der Besetzung Brüssels am 17. Mai 1940 und der Kapitulation Belgiens am 28. Mai 1940, wird Ludwig Klingl am 27. Oktober 1940 in seiner Wohnung in Brüssel in der Rue via Duc 92 von der Gestapo verhaftet und am 2. Februar 1941 ohne Verhandlung in das KZ Dachau deportiert. Sein Betriebs- und Privatvermögen wird konfisziert. Aus dem KZ Dachau wird er am 20. Juli 1944 entlassen und zieht im Anschluss nach Wien.
In Wien erlebt Ludwig Klingl die Befreiung Österreichs und die Wiedererrichtung der Republik im April bzw. Mai 1945. Er tritt der neugegründet Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei. Er arbeitet danach als Inkassant und nimmt 1949 die österreichische Staatsbürgerschaft an. Am 8. März 1958 heiratet er Veronika Singer. In Wien geht er schließlich in Pension.
Ludwig Klingl verstirbt mit 85 Jahren in Wien und findet seine letzte Ruhestätte am Friedhof in Wien-Hietzing.
Quellen
Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)
Arolsen Archives
Matricula Online
Friedhöfe Wien - Verstorbenensuche
