Josefine Maria Huber (geb. Brill)
Personalia
Geboren:
Gestorben:
Beruf:
Verfolgung:
Tätigkeitsverbot 01.06.1938
Mitgliedschaften
Lebenslauf
Josefine Maria Brill kommt in Wien als uneheliche Tochter des Magazineurs Franz Huber und Maria Brill zur Welt. Sieben Monate nach ihrer Geburt heiraten die Eltern und Josefine nimmt den Namen Huber an. Maria Brill konvertierte vom jüdischen zum katholischen Glauben, ihre Eltern Moses Brill und Sabina, geborene Züssel, waren jüdischen Glaubens; Josefine Huber wird römisch-katholisch erzogen.
Nach der Schulbildung wird die musikalische Josefine Huber zur Pianistin ausgebildet, tritt 1936 der Musikergewerkschaft bei und nimmt in diesem Jahr ihr erstes Engagement bei der Österreichischen Radio-Verkehrs AG (RAVAG) an. Nebenbei spielt sie am Vergnügungsdampfer 'Hebe' der Ersten Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft (DDSG).
Am 12. März 1938 erlebt Josefine Huber mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht den Untergang des freien und unabhängigen Österreichs. Mit der Besetzung Österreichs wird die deutsche Gesetzgebung übernommen und damit auch die ‘Nürnberger Rassengesetze’, nach denen sie als 'Mischling I. Grades' bzw. ‘Halbjüdin’ gilt.
Mit 1. Juni 1938 verweigert ihr die Reichskulturkammer aus 'rassischen Gründen' die Aufnahme, womit sie nicht mehr als Musikerin arbeiten darf. Mit 19. Dezember 1938 findet Josefine Huber Anstellung als Verkäuferin bei der Firma Ludwig Kauba in Wien. Nebenbei arbeitet sie als Näherin. Sie arbeitet bei der Firma Ludwig Kauba bis unmittelbar nach der Befreiung Österreichs.
In Wien erlebt Josefine Huber die Befreiung Österreichs und die Wiedererrichtung der Republik im April bzw. Mai 1945. Sie tritt der neugegründeten Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei. Nach kurzen beruflichen Stationen bei unterschiedlichen Firmen und dem Wiener Künstlertheater arbeitet sie ab 1948 wieder als Pianistin bei der Österreichischen Radio-Verkehrs AG (RAVAG) und zwischen 1950 und 1952 bei der bekannten Wiener Tanzschule Elmayer.
Als Pianistin geht Josefine Huber in Pension und verstirbt ledig und kinderlos mit 90 Jahren in Wien. Sie findet ihre letzte Ruhestätte am Wiener Zentralfriedhof.
Orte
Wohnort:
Quellen
Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)
Matricula Online
Friedhöfe Wien - Verstorbenensuche
