Karl Paul Hirschler
Personalia
Geboren:
Gestorben:
Beruf:
Verfolgung:
Haft 14.11.1944 - 06.03.1945,
KZ Mauthausen 06.03.1945 - 16.03.1945,
KZ Dachau 16.03.1945 - 22.03.1945,
Ermordet am 22.03.1945
KZ-Nummer:
Mitgliedschaften
Lebenslauf
Karl Paul Hirschler kommt in Wien als ehelicher Sohn des Musiklehrers Julius Hirschler und seiner Gattin Karoline, geborene Steitlinger, zur Welt. Über seine Kindheit und Jugend ist wenig erhalten. Er wird zum Dentisten ausgebildet und zieht 1919 nach Amstetten in Niederösterreich.
In Amstetten heiratet Karl Hirschler 1923 Antonia Sitz, die Ehe bleibt jedoch kinderlos. Obwohl er in Amstetten wohnt, betreibt er eine Praxis als Dentist im 10. Wiener Gemeindebezirk.
Am 12. März 1938 muss er erleben, wie mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht, das freie und unabhängige Österreich unter. 1939 verlegen er und seine Ehefrau ihren Wohnsitz nach Wien.
Nach 1942 schließt sich Karl Hirschler der Widerstandsgruppe Gruppe Freies Österreich/Gruppe Karl Gruber (FÖ) an. Ziel dieser überparteilichen, aber eher dem christlichsozialen Lager zurechenbarer Gruppe ist die Befreiung Österreichs von der nationalsozialistischen Besetzung und der Wiedererrichtung seiner Eigenstaatlichkeit. Werden zuerst nur Flugzettel produziert, so geben die Mitglieder der Gruppe Freies Österreich/Gruppe Karl Gruber (FÖ) ab dem 15. November 1943 die Kampfzeitung ‚Freies Österreich! Blätter für Friede, Freiheit und Fortschritt‘ heraus, die heimlich im Wiener Vorwärts-Verlag gedruckt werden. In insgesamt sechs Ausgaben werden darin, neben den Forderungen nach der Wiedererrichtung des freien und unabhängigen Österreichs und der Überwerfung des nationalsozialistischen Terrorregimes, von den Kriegsschauplätzen und den Niederlagen deutscher Truppen berichtet.
Die Gruppe wird im Frühherbst 1944 von der Gestapo ausgehoben und Karl Hirschler am 14. November 1944 verhaftet. Ohne Verfahren wird er am 6. März 1945 in das KZ Mauthausen deportiert und von dort am 16. März 1945 in das KZ Dachau verschleppt. Kurz nach seiner Ankunft im Konzentrationslager Dachau verstirbt er. Als offizielle Todesursache wird Versagen von Herz und Kreislauf aufgrund einer Entzündung des Gewebes rund um die Venen im Unterschenkel angegeben.
Seine Ehefrau Antonia Hirschler erlebt die Befreiung Österreichs und die Wiedererrichtung der Republik. Sie tritt der neugegründeten Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei. Sie verstirbt 1985, vierzig Jahre nach dem Tod ihres Gatten.
Quellen
Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)
Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW)
Arolsen Archives
Matricula Online
